Inflation, Wertsteigerung oder Abzocke?!

Für die Bewerbungen zum Referendariat in verschiedenen Bundesländern braucht man eine Kopie, bzw. eine Abschrift der Geburtsurkunde. Da diese nur beim Standesamt erhältlich ist bei dem die Geburt damals gemeldet wurde, musste ich also zum Hörer greifen und meine Eltern um Hilfe bitten. Diese hatten aber noch Urkunden aus dem Jahre 1975, so dass nicht so viele neue vom Amt erstellt werden mussten (nur zwei neue). Was mich aber stutzig machte, waren die IMENSEN Preisunterschiede von gestern zu heute.

Gestern hat man für eine Abschrift der Urkunde 1,50 DM bezahlt. In Euro wären das ca. 0,77 Eur. Da heute ja eh alles teuer geworden ist, kann man getrost davon ausgehen, dass die Abschrift nun, laut der Faustregel „DM gleich Euro“ mind. 1,50 Eur kostet.

Tja, da haben wir uns aber getäuscht… Eine Abschrift kostet nun 5,25 Eur. Das ist eine Steigerung von 681,81%. WOW!

Nagut, wenn man bedenkt, dass mittlwerweile über 30 Jahre ins Land gezogen sind und ein Brot sicherlich auch nicht mehr so günstig zu haben ist, wie anno dazumal, kann man eine Preissteigerung schon verstehen. Aber sollten es über 680% sein?! Ein Arbeiter, der damals 1.000.– Euro in der Lohntüte hatte, verdient heute vielleicht auch mehr, aber sicherlich keine 680.000,– Euro im Monat!

Eine verkehrte Welt ist das und ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

P.S. Wenn ich irgendwo einen Denkfehler habe oder es eine gute Erklärung für diese Steigerung gibt, würde es mich freuen das in den Kommentaren lesen zu können.

Gebloggt mit Flock

Gurus können einpacken…

Der G8-Gipfel lässt auf komische Art und Weise ein „Dagegen“ durchs Land gehen. Auch wenn man die Gewalttaten des „schwarzen Blocks“ ablehnt, ist es doch „irgendwie wichtig, dass man gegen G8 demonstriert“. Das Magazin Polylux zeigte gestern eindrucksvoll, dass nichteinmal die Veranstalter der Demos und Konzerte genau wußten, warum sie gegen G8 sind. Im Prinzip wurden ebenso unklare Aussagen gemacht, wie George W. Bush sie gerne nutzt, wenn er z. B. von der „Achse des Bösen“ oder von „Schurkenstaaten“ spricht. Aber das man gerne mit zweierlei Maß mißt, wenn es darum geht vielleich den ein oder anderen Euro zu verdienen ist ja doch schon länger bekannt.

Nun ist aber das Bild in den Medien so geprägt worden, als würde es auf dem Gipfel um nichts anderes als das arme Afrika, den Klimawandel und Georges neuem Spielzueg dem Schutzschild gehen. Kaum lassen die Damen und Herren der Weltelite verlauten, dass sie das Klima retten wollen, dass sie Kohle in Afrika versickern lassen und dass George und Wladimir wieder zusammen spielen, feiert der Pöbel einen Erfolg.

Aber auf dem Gipfel geht es leider um noch mehr… Zum Beispiel wurde ein strafereres Patensystem (auch für geistiges Eigentum) gefordert und geplant, sodass die Gurus wohl doch bald die Rechte an Yoga an einen wohlhabenden Amerikaner abgeben müssen. Aber auch zu diesen Planungen gab es sofort Proteste. Leider werfen die „fliegen Ärzte“ keine Steine, veranstalten keine Rockkonzerte gegen G8 oder versuchen mit Booten den G8-Teilnehmern eine Petition zukommen zulassen. Tja, selber Schuld, dann gibt es auch keine Beachtung in den Massenmedien.

Mehr zum Thema auf heise:
heise online – G8: Weiche Ziele beim Klima, aber starke Rechte fürs geistige Eigentum

Gebloggt mit Flock

Patentschutz ad absurdum

Patente, Patente überall Patente. Wenn sich die Gegner von Softwarepatenten auf der Straße formieren um gegen kommende Gesetze zu demonstrieren, dann werden sie in vielen Fällen von der allgemeinen Bevölkerung oftmals belächelt. Es handle sich schließlich um Freaks, die nur Angst haben, dass man ihnen Ihr Spielzeug weg nimmt. Dass diese absurden Diskussionen über Patentrechte hier und da auch mal die reale Welt erreichen, kann man heute auf Spiegel Online lesen. Ein verrückter geldgeiler durchschnittlicher amerikanischer Geschäftsmann will sich Yoga-Übungen patentieren lassen!

Vielleicht regt diese Schlagzeile den Einen oder die Andere mal an nachzudenken, welche Auswirkungen diese Patente für einen Selbst haben oder haben können.

Patentschutz: Indien und USA liefern sich Yoga-StreitWirtschaft – SPIEGEL ONLINENachrichten

Technorati-Tags:yoga, patente, softwarepatente

Gebloggt mit Flock

Krankenkassen lassen sich nun werben.

Das die Krankenkassen nichts mehr und nichts weniger sind als kommerzielle „Geldruckanstalten“ die den Hals nicht genug bekommen können, sollte nun jedem klardenkenden Bürger bewußt geworden sein. Nun ist es aber noch schlimmer geworden, denn meine Krankenkasse bietet mir nun Prämien an, wenn ich ein neues Mitglied werbe. Was in der Zeitungs- und Telekomunikationsindustrie schon lange Gang und Gäbe ist, etabliert sich nun auch bei den Krankenkassen. Diese Art der Mitgliederwerbung kann ich in einem Fitnessstudio verstehen, aber bei einer Krankenkasse finde ich es in jeglicher Hinsicht unpassend.

Nicht dass ich hier falsch verstanden werde: die IKK ist und bleibt für mich die tollste Krankenkasse der Welt und ich wüsste gar nicht, was ich schlechtes erzählen sollte über diese Organisation, aber dass die Gesundheit der Menschen (im Übrigen verhält es sich ähnlich wie mit der Bildung) immer mehr zur Ware verkommt ist eine Entwicklung, die ich mit größter Sorge beobachte. Ich warte noch auf die Werbung, in der ich „zahn“ an dreimal die sechs schicken soll, um eine Zusatzversicherung für Zahnersatz zu erhalten.

Weitere wirtschaftliche Errungenschaften sind ja die „Deals“ die die Krankenkassen mit einzelnen Pharmaunternehmen abschließen. Somit bekommt der Patient, nur noch Medikamente von der Firma XY, auch wenn er Jahre oder sogar Jahrzehnte lang die Produkte der Firma ACME verschrieben bekommen hat. Natürlich muss es sich um den selben Wirkstoff in den Präparaten handeln, dennoch unterstelle ich der Krankenkasse, dass sie nicht in der Lage ist, meine Erkrankung so zu beurteilen, wie z. B. der behandelnde Arzt, der mir eine bestimmte Medikation verschreibt. Aber wenn der Wirkstoff doch gleich ist, dann muss das Medikament ja auch gleich gut sein. Leider fehlt mir an dieser Stelle das nötige Fachwissen, um das Gegenteil zu beweisen, aber wenn ich ein Beispiel aus dem Leben greife, dann wird vielleicht klar, warum ich diese Praktik der Krankenkassen nicht unterstützen kann.

Wenn mein Vater oder meine Mutter Reibekuchen macht, dann schmecken die so lecker, dass man nicht aufhören möchte zu essen. Obwohl ich das Rezept der beiden als langjähriges Familien-Geheimnis hüte, schmecken meine Reibeplätzchen nicht annähernd so lecker wie die meiner Eltern, obwohl exakt dasselbe drin ist! Warum sollte sich die Wirkungsweise eines Medikaments, bzw. eines Wirkstoffes nicht ähnlich verhalten?

Da die Krankenkassen ja immer weiter den kommerziellen Gedanken vorantreiben und somit immer mehr Geld erwirtschaften und das bestimmt nicht in die Taschen der Vorstandsvorsitzenden landet, sondern ohne Umwege an den Versicherungsnehmer weitergegeben wird, freue ich mich schon auf die Zeit in naher Zukunft, in der wir wieder alle Behandlungen von der Kasse gezahlt bekommen.

Technorati-Tags:ikk, krankenkasse, kommerzialisierung

Gebloggt mit Flock