Autor: MAWSpitau
Das wichtigste im Leben ist die Zeit. Leben heißt, mit der Zeit richtig umgehen.

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Nagut… Es ist eben doch Homeschooling!

Manchmal muss man auch klein bei geben können. Hilbert Meyer hat unlängst einen Artikel zum Corona-Fernunterricht veröffentlicht. Und dort zitiert er die Arbeitsdefinition des Begriffs Homeschooling durch einen Lehrstuhlnachfolger so:

Arbeitsdefinition: Homeschooling ist ein durch die Schule organisierter, Fernunterricht, in dem das gemeinsame Arbeiten in der Klasse/im Lernverband  zeitlich befristet aufgehoben und durch individualisierte Hausarbeit ersetzt wird. Sie wird in unterschiedlichem Umfang von den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten beaufsichtigt und von der Schule durch die Arbeit mit Bildungsservern und den Einsatz digitaler Medien unterstützt.

https://unterrichten.digital/2020/05/07/hilbert-meyer-homeschooling/ – Abruf: 2020-05-13

Wie die Mathematiker

So kann man es eben auch machen. Wie die Mathematiker: „Ich definiere…“

Der Artikel ist aber durchaus lesenswert, da Hilbert Meyer sich nicht nur auf der Definition ausruht, sondern didaktische Ansprüche definiert, die meinem Wertekanon für Unterricht entsprechen. Also eine Empfehlung für alle, die einen Handlauf für Ihren Corona-Fernunterricht brauchen:

Es ist KEIN Homeschooling!!!11!1

Aus einem mir nicht bekannten Grund spricht nun alle Welt davon, dass wir Lehrer:innen nun die damit verbundenen Schüler:innen und die mit im Boot sitzenden Eltern Homeschooling betreiben! Schön wär’s… Dann würde meine Tochter vielleicht etwas lernen 😉

Zur Begrifflichkeit habe ich einen schönen kleinen Text gefunden, der das Ganze kurz und prägnant darstellt:

Also das was wir da gerade haben, ist ein fieses Konglomerat aus homeschooling, Fernunterricht und Lernen mit digitalen Medien. Damit wir uns aber über diese Art des Unterrichts, wie er gerade stattfindet unterhalten können, nenne ich diese Konstruktion Corona-Fernunterricht – kurz CFU. Damit ist genau der Unterricht gemeint der in der Zeit stattfindet, wenn Schüler:innen und Kolleg:innen nicht zusammenkommen können oder dürfen, um gemeinsamen Unterricht zu machen, relativ konzeptlos ist und in der Regel die Leistungen der Schüler:innen nicht bewertet werden.

Deutsch, Mathe, Englisch!!!!

Das was wirklich wichtig ist… Nun soll der Unterricht ja aufrecht erhalten bleiben und wenigstens die Hauptfächer weiter „unterrichtet“ werden. Das finde ich aus vielerlei Hinsicht schade und nicht zielführend.

Wenn wir uns vorstellen, dass die Eltern und die Kinder nun schon seit Wochen aufeinander hocken und die Lage in der einen oder anderen Familie sicherlich schon (an)gespannt1 ist, sollte dann die Schule nicht wenigstens dafür sorgen, dass die gehassten Hausaufgaben ein wenige Freude bereiten?

In der ersten Woche des Fernunterrichts meiner Tochter durfte Sie ein Bild im Stile Hunderwassers malen und der Lehrerin schicken. Warum nicht mehr davon? Musik, Kunst, Philosophie – das sind doch Fächer, die durch kreative Aufgaben Licht in den Alltag der Kinder bringen könnten. Stattdessen sitzen die zu Hause, müssen Arbeitsblätter ausdrucken (lassen), seitenweise Matheübungsaufgaben machen, langweilige Gramatikübungen durchführen, Texte abschreiben (sic!) etc.

Also in der Regel die Dinge, bei denen ein Erwachsener dahinter stehen muss und die Kinder antreiben muss. Wissen eigentlich alle Kinder, dass die Aufgaben die sie jetzt machen, nicht zur Bewertung herangezogen werden dürfen?!

  1. In den Medien wird das Thema der häuslichen Gewalt – also der Gewalt gegenüber Menschen, die sich nicht wehren und jetzt nicht einmal weg rennen können – immer wieder kurz angesprochen. Was das aber wirklich für viele Familien und deren Kinder bedeutet wird nicht geschildert und dem wird auch nicht nachgegangen. []
Zuschuss… Was ist ein Zuschuss?

Zuschuss… Was ist ein Zuschuss?

Es soll nun 150 Euro Zuschuss für Schüler:innen geben, die sich kein Endgerät leisten können oder noch kein eigenes haben und schon formiert sich der Widerstand und die Empörung in den sozialen Medien:

Für 150 Euro bekommt keinen ordentlichen Computer!!!1elfeins!!

Ja,erhält man… siehe unten.
Mhm, wir kaufen Schulbücher für meine Tochter, ebenso Papier, Hefte, Stifte, Malkästen, Sportzeug etc.
Wenn das ins Leere läuft, ist das nicht die Schuld der Unterstützenden.

Dazu – zwei Dinge:

1. Stimmt!

Man bekommt für 150 € kein aktuelles Gerät. Hat auch keiner behauptet. Deshalb heißt es Zuschuss! Man schießt etwas hinzu! Die Familie muss eben ein bisschen eigenes Geld in die Hand nehmen. Das ist nicht gut, das ist nicht einfach und ich von meinem Beamtensessel kann gut labern!

Aber es nun mal ein Zuschuss und keine Kostenübernahme. Besser als nichts!

2. Stimmt nicht!

Man bekommt für 150 € (und vielleicht ein bisschen mehr) sehr gute Computer, mit denen man vielleicht nicht die neusten Spiele spielen kann, aber für die Schul-Anwendungen in der Regel allemal reichen, wenn man dann auch noch offene Software nutzt und installiert, fallen auch keine Lizenzgebühren an zwielichtige Unternehmen an.

Außerdem lassen sich die oben gezeigten Rechner alle gut und einfach aufrüsten – da lernt man noch etwas über Computer.

Achso… und weil es zum Thema passt: Was ist eigentlich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen? Wäre damit nicht auch die eine oder andere Kuh vom Eis? Weniger Bürokratie – mehr teilhabe und so? Nur so ein Gedanke!

Die Corona-App ist da! Und wo ist der Quelltext?

Die Corona-App ist da! Und wo ist der Quelltext?

Nun ist sie da… Die App, die uns alle retten wird. Die

Jeder der ein Fitnessarmband hat, soll die App nutzen, damit Ansteckungsketten aufgedeckt werden können. Einfach schnell und sicher.

Vertrauen wir dem RKI? – Na sicher tun wir das! – Doch wie sagt der Volksmund:

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser.

Wenn die App, nur das tut, was sie uns verspricht, dann kann man sich doch sicher mal den Quelltext ansehen. OpenSource wäre an der Stelle doch mal ein Zeichen für echte Transparenz, oder?

Ich habe mal nachgefragt, ob man den Quelltext einsehen kann. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Geschickte Programmierer könnten die APP verbessern.
    • z. B. Unterstützung, von Bändern die derzeit noch nicht unterstützt werden.1
  • Geschickte Programmierer könnten die überprüfen, ob die App nur das tut, was sie soll.
  • Geschickte Programmierer könnten den Code optimieren.

Huch?! Mit diesem Anliegen bin ich gar nicht alleine… https://www.ccc.de/de/updates/2020/contact-tracing-requirements

Wenn ich einen github-Link bekommen sollte, dann werde ich ihn Euch hier zur Verfügung stellen. Mal sehen, ob das was wird.

  1. Mein MiBand geht nicht… []
Abhängig vom Entwickler

Abhängig vom Entwickler

Apps, Programme, Tools – Wie auch immer wir die Teile bezeichnen wollen. Es sind keine Dinge, die vom Himmel fallen, sondern von Menschen gemachte Anwendungen. Diese Menschen verbringen ihre Arbeitszeit damit Anwendungen zu programmieren, die für die Anwender:in von Nutzen sein sollen.

Die andere Vorstellung.

Manchmal ist es aber so, dass sich die Entwickler:in und die Anwender:in in ihren Visionen, die sie haben unterscheiden. So ist es mir mal wieder ergangen. Seit Jahren nutze ich den Dienst todoist.com für meine Aufgabenverwaltung. Ich nutz(t)e das Teil wirklich gerne und exzessiv. Ich habe es immer dann empfohlen, wenn jemand nach einer App suchte, um seine Aufgabenverwaltungen zu verwalten.

Nun gab es aber gerade ein Update. Bisher habe ich mich immer über Updates gefreut und den Neuerungen entgegen gefiebert. Nun sind viele Dinge in dem recht großen und für doit untypischen Update, wirklich ganz gut. Aber ein Feature macht mir gerade meinem gesamten Workflow kaputt und ich bin nicht mehr in der Lage schnell und zielgerichtet zu arbeiten. Das kündigte sich beim letzten Update zwar schon an, aber nun ist’s so weit.

Ich muss, jedes mal, wenn ich eine Aufgabe verändern will, zwei Klicks machen, anstelle von einem, außerdem müssen die neuen Klicks genau auf einem Icon erfolgen und können nicht einfach irgendwo auf dem Titel gemacht werden. WTF? Wer hat da gepennt?

Nun liest sich das gerade, als wäre das ja nun wirklich nicht schlimm, aber bei einer INBOX (Ach ja, hier hat sich auch eine Änderung ergeben: Man kann nicht mehr auf seine eigene Startseite zugreifen, die man per Filter konfigurieren konnte!), in der sich täglich gut und gerne 15 bis 30 Aufgaben tummeln, mehrere Aufgaben verschoben werden müssen oder anderen Projekten zugeteilt werden müssen, sind diese zielgerichteten Klicks eine echte Mehrarbeit.

Und gerade jetzt wo ich für mich i3wm entdeckt habe, dass mir bei der Bedienung meines Klapprechners ungemein hilft, weil es nahezu nur mit der Tastatur gesteuert werden kann, kommt doist um die Ecke und will mich zum Mausschubser umerziehen… Ernsthaft?

Da mich das Update so genervt hat, habe ich gleich dem Support geschrieben, der mir mitteilte, dass sie das in den nächsten Release mitdenkenn werden – Ja richtig! Nun ja…

Bin ich alleine?

Dann wollte ich wissen, ob ich mit meiner Meinung alleine bin und habe mal auf reddit geschaut und siehe da… ich bin nicht alleine… Etliche sind mit diesem Feature nicht einverstanden und verstehen dieses Neuerung nicht.

Wie auch immer – im Endeffekt habe ich bei reddit den Hinweis bekommen, eine firefox-extension zu nutzen, die todoist nicht nur heile macht, sondern auch verbessert. Es integriert in der Webansicht Key-Bindings, wie vim sie nutzt. Der Hammer!

Fazit

Wenn ihr Euch auf Software verlasst, die ihr nicht selbst schreibt, kann es bei Updates immer wieder passieren, dass die Entwickler diese verschlimmbessern. In diesem Fall gibt es in der Community da draußen bestimmt jemanden, der das schon gefixt hat oder eine Lösung parat hat.

Noch besser ist es, wenn man mit offener Software arbeitet, die dann a) von der Gemeinschaft entwickelt wird und b) bei nicht gefallen eforkt werden kann. Ich schaue mir gerade todo.txt an… Ist aber doch etwas sperrig. ?