Gelesen: Erich Kästner – Fabian – Die Geschichte eine Moralisten

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Wie weit kommt ein Mensch in der heutigen, verkommenen und verhurten Gesellschaft, wenn er sich selbst an Moral und Anstand hält? Aber was heißt hier heutige Zeit? Der Roman spielt in den 1920ern in Berlin… Aber gibt es nicht dennoch Parallelen zur heutigen Gesellschaft?

Dr. Fabian ist Germanist und arbeitet als Werbetexter. Das Nachtleben in Berlin nimmt er zwar war, aber eher als Beobachter, denn als Protagonist. Er stolpert von einer Orgie in die nächste und ist überall mit dem Ausleben der tierischen Instinkte der Menschheit konfrontiert. Auch wenn er die Chance hat, an diesem Leben teilzunehmen, lässt er sich nicht zu den Lastern hinziehen. Er ist eben ein Moralist. Aber letztendlich bringt ihm das auch nichts.

Die Gesellschaft, die Kästner in dem Roman skizziert ist eine durchtriebene, die sich nicht nach ethischen Maßstäben verhält, sondern in ein tierisches Muster zurückfällt. Dieses ist sicherlich, als Kritik an der Gesellschaft zu verstehen. Auch wenn der Roman in den 1920ern spielt, hat er nichts an seiner Aktualität einbüßen müssen. Eher im Gegenteil. Die Welt hat sich weiterentwickelt – leider nicht auf der gedanklichen Basis Fabians des Moralisten.

Subjektive Note: 2+

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