Back to the roots

D I G I T A L I S I E R U N G

B I L D U N G   4 . 0  

D I G I T A L I S I E R U N G

Egal in welchem Bereich man im Moment arbeitet, es wird einem immer entgegen geschrien: Die Digitalisierung.

Alles muss digitalisiert werden und in die Cloud, denn digital und in der Cloud ist besser.

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Kompetenzorientierung im Unterricht

Immer und überall hört man im schulischen Kontext den Begriff der Kompetenz. Selbst TV-Sternchen lassen sich darüber aus und kritisieren ihn, auch wenn sie nicht genau wissen, worüber sie sprechen. Ich habe mich gewagt, meine Gedanken zum Thema zu verschriftlichen. Natürlich freue ich mich auf eine sachliche Diskussion und einen kollegialen Austausch zu meinen Thesen und Gedanken.
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Noten in der Berufsschule sind überflüssig!

Als ich letztens mal wieder sinnierend mit dem Hund spazierte, fragte ich mich, warum wir in der Berufsschule eigentlich Noten benötigen? Kann man die nicht wenigstens dort abschaffen? Im Prinzip ja, aber eigentlich doch nicht… Aber eine Vision gibt es am Ende dennoch. 😉

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Warum die Trennung von Lernen und Prüfen im Unterricht?

Meine Schülerinnen und Schüler werden immer bewertet – irgendwie muss die mündliche Mitarbeit ja bewertet werden und ich kann schon entscheiden, ob auch eine ‚dumme Frage‘ als gute Antwort zählt.

In den meisten Bereichen, in denen Menschen Dinge leisten und einer Art Prüfung unterzogen werden, wird zwischen dem Lernen oder Üben und dem Leisten oder Performen getrennt:

  • Im Theater sind es die Proben in denen gelernt wird und die Aufführungen in denen geleistet wird.
  • Beim Machen des Führerscheins darf ich solange lernen, bis der Prüfer hinten auf der Rückbank sitzt.
  • Beim Fußball laufe ich beim Training auf dem Feld um orangene Hütchen herum. Wenn es dann um den Pokal geht, sind diese nicht mehr da, sondern wurden durch menschliche Mitspieler ersetzt.

Wenn man die Situationen charakterisiert, dann ist ganz deutlich zu sehen, dass in der Zeit in der gelernt wird, immer Fehler erlaubt sind und – wenn man einen guten Coach, Trainer oder Regisseur hat – auch wertvoll sind, um sich selbst weiterzuentwickeln. Man kann durch Fehler neue Einsichten von sich gewinnen, neue Methoden kennenlernen oder aber endlich eine Regel verstehen.

In den Prüfungssituationen ist das nicht der Fall. Dort sind Fehler in der Regel nicht erwünscht. Ein vergessener Text, eine rote Ampel, die übersehen wurde oder das Stolpern über die eigenen Beine kann schwerwiegende Konsequenzen haben.

Lernen scheint in unserem Leben also so gestaltet zu sein, dass wir wissen, wann wir etwas lernen und wann wir eine Leistung erbringen müssen. Und es scheint auch so genau richtig zu sein, denn das unter Stress Erlernte ist in der Regel nicht kreativ nutzbar, sondern bleibt – wenn überhaupt – nur abrufbares, aber nicht anwendbares Wissen.

Die Profis…

Einzig in den Institutionen, in denen das Lernen Programm ist, in denen alle Menschen in Deutschland gebildet werden sollen, ist diese Trennung (noch) nicht flächendeckend zu finden: In den Schulen.

Der traditionelle Unterricht sieht doch so aus: Es gibt viele Prüfungszeiten, die nicht als solche gekennzeichnet sind und wenig reine Lernzeiten. Schülerinnen und Schüler sind somit nur selten in der Lage zu erklären, ob Sie gerade bewertet werden oder nicht. Trauen sich also unter Umständen nicht, einige Fragen zu stellen oder zuzugeben, dass sie es noch immer nicht verstanden haben. Performance und Leistung ist das was zählt.

Eine klare Trennung von Lernzeit und Prüfungszeit, würde nicht nur den Schülerinnen und Schülern helfen, sondern auch der Lehrperson ein echtes Maß an Sicherheit an die Hand geben, möglichst neutral zu bewerten und nicht – im schlimmsten Fall – am Ende des Halbjahres den Würfel herauszuholen. Die Noten wären eine 100 %ige Sache und Diskussionen über Noten am Halbjahresende oder Jahresende gehörten (fast) der Vergangenheit an, da von Beginn an klar ist:

Was – wird wann – nach welchen Kriterien – bewertet.

Natürlich ist dieses Konzept schwerlich umsetzbar, wenn tradierter Unterricht mit einem fragend-entwickelten Unterricht angeboten wird. Hier gibt es eben viel zu wenige Möglichkeiten, die Schülerinnen und Schüler wirklichen lernen, also auch denken zu lassen. Der Unterricht muss dann selbstverständlich mit dem Fokus auf die Lernenden und nicht auf den Lehrenden vorbereitet werden.

  • Wie sieht es bei Dir im Unterricht oder in der Schule aus?
  • Wird zwischen Lernen und Prüfung durchgängig unterschieden?

Trenne doch in einer der nächsten Unterrichtseinheit, die Du planst, Lern- und Prüfungszeit, teile das den Schülerinnen und Schüler mit und lasse mich an Deinen Erfahrungen teilhaben.

Digitale Whiteboards – wem nützen sie?

Ich liebe es neue Technik zu besitzen, zu nutzen und damit zu spielen. Ich liebe es, in einer Zeit zu leben, in der wir durch den Fortschritt der Technik vieles vereinfachen können. Es gibt jedoch einige Dinge, die sind gut gedacht, aber bei weitem nicht oder schlecht einsetzbar. Ich hatte das mal am Beispiel von Ebooks verdeutlicht. Nun ist mir ein anderes Ungeheuer in der digitalen Welt der Schulen aufgefallen: Das digitale Whiteboard.

In vielen beruflichen Schulen Schleswig-Holsteins ersetzen diese Geräte die herkömmliche Tafel und im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen werden sie neu angeschafft. Aber jetzt mal Hand aufs Herz, was bringen die Teile, außer, dass es augenscheinlich zum guten Ton gehört, diese zu besitzen? Welchen didaktischen Mehrwert haben die digitalen Whiteboards? Warum lernen Schülerinnen und Schüler besser oder mehr, wenn diese Geräte im Klassenraum stehen?

In persönlichen Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen bin ich bis heute noch nicht überzeugt worden, dass diese teuren Spielzeuge tatsächlich für mehr oder unter Umständen einen besseren Lernerfolg bei den Schülerinnen und Schüler sorgen. Ich möchte meine Sichtweise auf die digitalen Whiteboards mal in recht zugespitzten, aber im Kern so gemeinten Ausführen darstellen:

  • Gerät durch den Einsatz des digitalen Whiteboards nicht wieder die Lehrperson in den Fokus des unterrichtlichen Geschehens? Sicherlich kann und muss hier argumentiert werden, der Einsatz des Werkzeugs läge den Fokus fest! Aber Hand aufs Herz – wenn man sich erst einmal in ein neues Spielzeug eingearbeitet hat, dann will man es doch nicht wieder aus der Hand geben.
  • Ad absurdum führt das Ganze, wenn die Klassenzimmer dann eine „normale“ Tafel (für die „ewig Gestrigen“), einen TFT-Bildschirm (für DVD und Video), ein digitales Whiteboard und eine viel zu kleine Projektionsfläche für den Tageslichtprojektor hat. Und das alles an der Wand hinter dem Pult!
  • Wenn ich eine kurze Notiz (z. B. Eine URL?) notieren möchte, die für Schülerinnen und Schüler relevant ist, muss ich dann erst den Rechner hochfahren, unter Umständen auf Updates, die noch eingefahren werden, warten, darauf hoffen, dass alles mit dem Netzwerk funktioniert, damit auch mein Profil geladen wird und dann erst mit einem Pseudostift die Nachricht verfassen? Ist der Aufwand nicht ein bisschen hoch?
  • In manchen Schulen darf man nicht mit einem Whiteboardmarker auf der Tafel schreiben oder sein eigenes Gerät nicht anschließen. Stichwort:BYOD. Muss ich mich also wieder auf ein alternatives Betriebssystem einlassen, dessen Eigenheiten kennen und lieben lernen? Gibt es die Software (in der Regel keine OSS) auch für mein Betriebssystem?
  • Auch die grünen Tafeln können bei einem besonderen Lichteinfall mal blenden. Aber sobald es draußen heller wird (Stichwort: Sommer), sind viele der Beamer der digitalen Whiteboards nicht in der Lage, ein sichtbares Bild zu projizieren.
  • Muss man wirklich darauf stolz sein, dass man nun verstanden hat, wie man mit dem Geodreieck virtuell umgeht, wenn ich doch das Ganze auch in echt haben kann? Entweder in groß an der Tafel oder in klein mit einer Dokumentenkamera?
  • Werden die digitalen Whiteboards in der Regel  nicht eher nur als teurer Beamer genutzt?

Ich finde die Technologie der digitalen Whiteboards hoch interessant und freue mich an den technischen Errungenschaften. Es muss aber ganz klar dargestellt werden, dass nicht alles, was technisch möglich, auch sinnvoll ist. Mir geht es auch nicht um ein: „Früher-war-alles-besser„, sondern um ein: „Zeig-mir-den-Vorteil-für-meinen-Unterricht.“ – und den hat mir noch keiner zeigen, erklären oder demonstrieren können.

Welche Geräte für mich einen echten Mehrwert hätten, wären Dokumentenkameras im Unterricht, so dass nicht nur Hefte, Bücher und Abbildung unkompliziert für alle zugänglich gemacht werden könnten, sondern auch Aufzeichnungen der Schülerinnen und Schüler zur Diskussion gestellt oder Wege der Lehrperson sichtbar gemacht werden können.

Wie seht ihr das?

  • Habt ihr diese Tafeln bei Euch in den Schulen?
  • Nutzt ihr die Teile?
  • Wenn ja wie?
  • Was kommt bei den Schülerinnen und Schülern an?
  • Wäre das Geld irgendwie besser ausgegeben?
  • Überzeugt mich vom digitalen Whiteboard!!!