Autor: MAWSpitau

  • Leitungsfunktion und Transparenz

    Seit einigen Jahren leite ich als Abteilungsleiter einer großen Schule die mir anvertrauten Abteilungen. Mein Ziel ist es, Entscheidungen, die an das Kollegium weitergegeben werden, nicht nur transparent, sondern vor allem sichtbar zu kommunizieren.

    Sichtbarkeit versus Transparenz

    Ein zentraler Begriff in der Pädagogik ist „Transparenz“. Damit wird in der Regel gemeint, dass Prozesse und Entscheidungen für alle Beteiligten nachvollziehbar sein sollen. So müssen beispielsweise die Bewertungskriterien für Schülerinnen und Schüler klar erkennbar sein. Ebenso sollten die Überlegungen und Abläufe, die meinen Entscheidungen zugrunde liegen, für die Kolleginnen und Kollegen verständlich sein.

    Zwar wird dadurch nicht jede Entscheidung oder Note uneingeschränkt unterstützt. Allerdings entsteht auf diese Weise ein besseres Verständnis für die zugrundeliegenden Prozesse. Dies fördert nicht nur die Akzeptanz der getroffenen Entscheidungen, sondern vermittelt auch Einblicke in meine Arbeitsweise und meine Werte.

    Meiner Ansicht nach ist dies – sowohl im Unterricht als auch in Leitungsprozessen – von großer Bedeutung. Indem ich offen lege, wie Entscheidungen zustande kommen und welche Überlegungen ich dabei anstelle, werde ich in meinem Handeln und meinen Werten deutlicher wahrgenommen.

    Entscheidungen der verschiedensten Situationen werden dann für alle Beteiligen berechenbarer und vorhersehbarer.

    Der Begriff der Transparenz stimmt somit eigentlich nicht, denn wenn etwas transparent ist, ist eben nicht sichtbar. Beispiel gefällig? Nehmen wir die Superkraft von Susan Storm geb. Richards: sie ist transparent (Klugscheißermodus: Und farblos.) und somit unsichtbar. Und das ist, was meine Entscheidungen, meine Notengebung und meine Leitungsarbeit nicht sein soll: unsichtbar.

    Somit gewöhne ich mir gerade an, den Begriff Transparent in diesem Kontext nicht mehr zu nutzen und ihn gegen den Begriff Sichtbar auszutauschen. Entscheidungen, Noten und Prozesse müssen sichtbar sein und nicht transparent, also unsichtbar.

    Ändert das meine Arbeit? Steigt dadurch eine Akzeptanz? Ich vermute nicht. Aber ich mache hiermit nur meine Gedanken zu den zu nutzenden Begriffen transparent – nein, sichtbar.

    Fediverse-Reaktionen
  • Mach Dich unabhängig!

    Wer hat deine Daten?

    • Wie liest du deine E-Mails? Über Gmail?
    • Wie bestellst du deine Bücher? Über Amazon?
    • Wie nutzt du das Internet? Mit Google Chrome?
    • Wie chattest du mit deinen Freunden? Über WhatsApp?

    Das sind alles Dienste, die in einem Schurkenstaat beheimatet sind. Es handelt sich um Firmen aus den USA, die deine Daten speichern, auswerten und weiterverwerten.

    Das ist ein Problem, denn dadurch verlierst du die Datensouveränität. Das bedeutet, du hast keinen Einfluss darauf, wer deine Daten erhält, was mit ihnen geschieht und wie sie genutzt werden.

    Natürlich stellt sich immer wieder die Frage: Ist das wirklich schlimm? Schließlich hast du doch keine Geheimnisse. Das mag sogar richtig sein. Aber hier mal ein kleines Beispiel, dass du vielleicht doch ein bisschen etwas zu verbergen hast:

    Dein Mobiltelefon weiß genau, wann und wo du zu schnell gefahren bist und wie stark du die Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten hast. Sollten Sicherheitsbehörden oder die Betreiber dieser Daten irgendwann auf die Idee kommen, genau diese Informationen anzufordern oder für eigene Zwecke zu nutzen, könnten sie dich damit unter Umständen erpressen oder anzeigen. Aber wir wissen alle, dass die das nicht machen werden.

    Diese Daten zeigen zudem, wann und wo du einkaufst, was du kaufst und wie viel du durchschnittlich pro Woche ausgibst. Das Ganze wird zum Problem, wenn wir uns ausschließlich auf Großkonzerne verlassen – besonders, wenn diese den Zugang zu bestimmten Bereichen verwehren. Ein aktuelles Beispiel ist die Sperrung europäischer Politiker durch die Regierung der USA.

    Um eine höhere Datensouveränität zu erreichen – also selbst zu bestimmen, wer deine Daten nutzt und wie –, gibt es seit dem letzten Chaos Communication Congress (39C3) eine Initiative, die Mark-Uwe Kling vorgestellt hat: di.day.

    Ziel ist es, die Kontrolle über die eigene digitale Identität zurückzugewinnen. Jeden Sonntag kannst du einen Dienst, den du nutzt, durch einen souveränen Dienst ersetzen. Die Initiative ist auf der Webseite di.day zu finden und bietet einfache Anleitungen, wie du beispielsweise von Gmail zu einem unabhängigen E-Mail-Anbieter wechseln kannst.

    Ich halte dies für ein sehr gutes Projekt. Unterstütze es. Deshalb verlinke ich es dir hier.

    Fediverse-Reaktionen
  • ActivityPub läuft wieder

    So, jetzt habe ich bestimmt gesamt zwei Stunden benötigt um zu debuggen, warum mein WordPress keine Beiträge mehr ins Fediverse geliefert hat. Es lag an einem anderen Plugin, dass das Ganze blockiert hat. Der Schuldige war:

    Das sieht man schon die Problematik :)

    Jetzt bin ich nur auf der Suche nach einer Alternative. Ideen jemand? Oder braucht man das nicht mehr?

    Fediverse-Reaktionen
  • So viele Gedanken im Kopf …

    Im Moment habe ich so viele Gedanken im Kopf und ich sie gar nicht losgeworden, weil es in den letzten Monaten gar keine Sendung vom Bildungstaxi gegeben hat. Ich habe da schon wieder Schmankerl in meinem 3G-Portfolio. Aber ein Teil, will ich Euch hier nicht vorenthalten. Das Teil ist der Banger, wenn es um Videos sehen und Lauschen auf dem Androidgerät geht.

    New Pipe

    New Pipe ist ein Klient, der u. a. YouTube-Videos streamen kann. Warum ich das Moped empfehle? Hier:

    • Man kann aus der normalen YouTube-App über den Teilen-Knopf direkt ein Video an NewPipe teilen.
      • Das geht zumeist so flugs, dass man die Werbung gar nicht zu Ende sieht und schon läuft das Video in NewPipe.
    • Wenn NewPipe dann startet, kann ich auch andere Apps nutzen und das Video spielt im Hintergrund weiter.
    • Außerdem kann ich das Handy aus machen und es bleibt nur die Tonspur im Hintergrund laufen. Perfekt für Vorträge oder Interviews auf Spaziergängen oder der Hunderunde.
    • Wenn mir dann etwas, was ich konsumiert habe, super gut gefällt, dann bietet mir NewPipe auch die Möglichkeit, das Ganze herunterzuladen. Als Audio- oder als Filmspur. Halt das, was Du gerade brauchst.

    Wenn Du mehr Infos zu der App benötigst, dann guck doch mal auf youtube herum, was das Teil kann:

    Nun solltest Du den Kollegen nicht über den Play-Store von Google installieren. Aus meiner Sicht gibt es zwei Möglichkeiten:

    1. APK von der offiziellen Webseite herunterladen.
    2. Repository zu F-Droid hinzufügen und über den F-Droid-Store aktuell halten. (Meine Präferenz.)

    Hol dir das Teil:

  • Fantasie und Wirklichkeit – So nahe wie nie

    Aus Gründen der allgemeinen problematischen politischen Weltsituation, habe ich mich entschlossen, mir mal ein Buch zu Gemüte zu führen, was längst überfällig war:

    • 1984 von George Orwell

    Bei Thalia gibt es das Hörbuch für 0,49 € zum MP3-Download, sodass man die Daten auch echt auf der Festplatte hat und nicht nur virtuell als potenziellen Stream.

    Das Buch wurde in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts geschrieben und ist eine Dystopie. Leider gibt es relative viele Parallelen in Bezug auf die politischen Entwicklungen, die gerade vorherrschen und entstehen.

    Ich weiß nicht, ob ihr es kennt, dieses Kneifen im Bauch, wenn der orange Präsident wieder einen heraushaut. Man sich denkt: Das kann doch nicht wahr sein.

    Im Moment hat man jeden Tag ein solches Grummeln im Bauch. Dieses Grummeln stellte sich auch hier und da während des Hörens ein. Ein beklemmendes Gefühl, weil die Menschlichkeit und das Mensch-Sein unterdrückt wird, Kriege das Leben der Menschen bestimmen und gleichzeitig ein absolutes Nichtvertrauen gegen die Regierung herrscht. Zu viele Parallelen zum realen Leben tun sich auf.

    Europa befindet sich in der Aufrüstung und kaum einer stellt sich gegen den Wahnsinn und beginnt Gespräche zu führen – außer: Der orange Präsident. Man gibt einem Vorschüler ein Zippo in die Hand und sagt, geh ruhig in das Benzinlager, da ist es zwar dunkel und einige Fässer sind undicht, aber Du hast ja ein Feuerzeug, wir warten hier draußen – Wir haben hier den Feuerlöscher den es letzte Woche im Aldi gab …

    Ich für meinen Teil fühle mich machtlos. Demos, Blogs, Social-Media, nichts hat einen echten Einfluss auf die Politik. Selbst bei DEM demokratischen Werkzeug schlechthin, der Wahl, ist die Verteilung der Meinungen so stark im rechten Bereich, dass man sich als Einzelner nutzlos vorkommt.

    Und Du so?