Motivation hoch halten

Vor einiger Zeit erreichte mich eine E-Mail eines ehemaligen Referendars, in der er schilderte, dass er seinen Elan aus dem Referendariat noch immer hochhalten könne, er jedoch ein Phänomen bei seinen Klassen entdeckt habe, für das er noch keine Lösung habe.

Die Schülerinnen und Schüler sind in der Einführungstunde1zu einem neuen Thema in der Regel hoch motiviert und arbeiten gut und interessiert mit. In den folgenden Stunden sinkt diese Motivation der Schülerinnen und Schüler dann leider auf ein Minimum. Die Frage nach dem Hochhalten der Arbeitsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler stand im Raum.

Um mich dem Thema zu nähern, möchte ich zunächst eine Beobachtung schildern, die ich in meinem täglichen Geschäft erkannt habe und als These so klingt:

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  1. Hier geht es in der Regel um Mathe und technischen Unterricht. []

Ein Schritt zur Struktur

Dieser Artikel ist ein Beitrag der Serie: Selbstmanagement als Lehrer»

Durch den konsequenten -teilweise auch sicherlich fast übertrieben-lächerlichen- Einsatz meine Notizbücher und dem Eingangskorb auf meinem Schreibtisch entstand umgehend mehr Struktur in meinem Arbeitsleben.

Als ich begonnen habe, dieses System einzusetzen, sah mein Schreibtisch aus, als hätte dort eine Bombe eingeschlagen.

Bei einem solchen Projekt hat man anfänglich ja viel Energie und Motivation, alles zu verändern und besser zu machen. Nimmt man diese ganze Energie und geht mit ihr nicht vorsichtig um, dann verpufft sie ganz schnell in der Anfangszeit. Um diesem Verpuffen vorzubeugen, habe ich alles, was auf meinem Schreibtisch lag, einfach in eine große Kiste geschmissen und jeden Abend einen kleinen Stapel für den nächsten Tag in den Eingangskorb gelegt. So konnte ich Schritt für Schritt das System einführen, habe meine Energie nicht ins Aufräumen gesteckt und hatte in den ersten Tagen immer etwas im Eingangskorb, so dass ich mich an das System gewöhnen konnte. Diese Gewöhnungsphase ist in meinen Augen für das Gelingen des Vorhabens von aller höchster Wichtigkeit. Von großem Vorteil ist es dann noch, wenn diese Phase von Erfolgserlebnissen geprägt ist, also der Schreibtisch abends immer leer und aufgeräumt ist. Dadurch setzt sich das Ritual, die Gewohnheit, schneller im Gehirn fest, da sie mit einem positiven Gefühl verbunden ist.