Kategorie: Bildung

  • Dove macht wieder mal ’super‘ Werbung

    {dove} Normale Frauen als Werbeträger | Screenshot: www.faw-ev.de/root/index.php?lang=de&page_id=270 | 11.10.2007Die Marke Dove ((Dove kommt aus dem Englischen und bedeutet weiße Taube. Und die weiße Taube ist ja bekanntlich ein Friedessymbol. Entsehtung der Symbolik ist hier nachzulesen: 1. Mose 8:11)) macht ja schon seit einigen Jahren Werbung, in der sie die Normalität der Weiblichkeit unterstreicht und sich gegen die dürren und aufgestylten Modells der ordinären Werbeindustrie ausspricht. Durch virale Werbefilme wie diesen „Dove Evolution“ wird den Menschen knallhart aufgezeigt, wie schnell man aus einem hässlichen Entlein einen schönen Werbe-Schwan machen kann.

    political correctness

    {dove}Dove Plakatwerbung | Screenshot: https://www.webseeings.org/mutternsen/ 11.10.2007

    Die Werbung von Dove ist immer ein Gegenpol zu der alltäglichen Werbung für Komsetikartikel und vermittelt ein politisch korrektes Bild der Frau. Die Frauen die in der Werbung und der PR dargestellt werden, sind normale, teils mollige Frauen, die strahlend und lachend die Produkte präsentieren. Wenn die typischen Modells abgebildet werden, dann nur als schlechtes Beispiel und zur Abschreckung.

    Auf die Kinder, fertig, los…

    Bisher sollten von den Werbungen entweder reife Frauen, ((So nennt man es wenn Frauen älter als 50 sind. 😉 )) normale Mittzwanziger oder Frauen mit Figurproblemen angesprochen werden. Ein neuer Trend spricht aber Mütter von jungen Töchtern an.

    In den Spotts werden entweder Teenanger gezeigt, die von sich selbst behaupten ein Problem mit ihrem Aussehen zu haben oder aber es wird aufmerksam darauf gemacht, dass die Werbung der Konkurrenz versucht ein Schönheitsideal zu vermitteln, welches ein nicht reales Bild der Weiblichkeit darstellt. In beiden Fällen sollen die Eltern (hier natürlich vorzugsweise die Mütter) versuchen Einfluss auf den jungen Menschen zu nehmen, um ihm (eigentlich ihr) ein relativ normales Bild der Schönheit und der Normalität der Körperlichkeit zu vermitteln. Und dabei kann Dove natürlich helfen. Gegründete Initiativen, wie z. B. die „Initiative für wahre Schönheit“ sollen Mütter und Kinder helfen ein gesundes Schönheitsideal aufzubauen.

    Schöne neue Werbewelt

    Somit ist Dove quasi der körnerfressende, politisch korrekte in der großen, ach so schrecklichen Medien- und Kosmetikwelt. Die weiße Taube ((Dove = weiße Taube / siehe oben)) fliegt um das Heil der Frauen zu bringen und eine Körperlichkeit zu entwickeln, die der Normalität entspricht. Sie ist eine Jeanne d’Arc in der von Männern dominierten sexistischen Welt in der die Prämisse „sex sells“ gilt und schamlos ausgenutzt wird. In Foren werden die Werte ((Darf man das Wort ‚Werte‘ im Zeitalter von Eva Herman eigentlich noch nutzen?! )) die von Dove proklamiert werden bejubelt und als besonders wertvoll eingestuft.

    In unserer Medien-Gesellschaft geht sicherlich einiges schief in Bezug auf Körperlichkeit und Schönheitsideale, dass ist kein Geheimnis und soll hier mit nicht einem Wort bestritten werden. Aber wenn eine Marke so offensiv, mit dieser Problematik umgeht, dann heißt das nichts Gutes. Schauen wir uns Dove doch mal nur ein klitzekleines bisschen genauer an:

    {dove}Das Impressum der dove.de Seite | Screenshot: www.dove.de | 11.10.2007 Guck an: Dove ist eine Marke von Unilever, einem der größten Hersteller für Konsumgüter!

    Mhm, was stellt Unilever denn noch so alles her oder welche Marken gehören noch zum Unilever-Universum?! Und passt das denn auch alles zu dem Image von Dove?

    • Rama
    • Magnum
    • Mazola
    • Pfanni
    • Lipton
    • Lätta
    • Lagnese
    • Knorr
    • Du Darfst
    • Bifi
    • Bertolli
    • etc

    Schon ein paar Dickmacher dabei. 😉

    Was will der Autor damit sagen?!

    Dove ist keine Organisation die aus der christlichen Nächstenliebe gewachsen ist. Es ist eine Marke, die nur aus einem einzigen Grund besteht: nämlich Geld zu verdienen. Das ist nicht falsch, aber es ist nicht jedem bewusst! Wenn ich hier unterstelle, dass den Machern von Dove die jungen Mädels wohl total egal sind, so wäre dieses eine Unterstellung, die nicht haltbar wäre. Die Tatsache, die ich unterstellen möchte ist aber, dass nicht in erster Linie das Wohl der Frauen auf der Agenda steht, sondern die Umsätze und Gewinne. Dove hat sich einer Nische betätigt die bisher von der Industrie nicht oder nur unzureichend genutzt wurde und schlachtet diese nun für ihre Bedürfnisse aus.

    Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden, ich prangere Dove und Unilever nicht an, sondern halte sie sogar für sehr geschickt im Umgang mit potentiellen Kunden und dem Verfahren, eine Marke mit einem Lebensgefühl zu verbinden. Ich möchte hier nur klarstellen, dass es sich um ein profitorientiertes Unternehmen handelt, welches in erster Linie nur das Beste von seinen Kunden will, nämlich das Geld.

    Die von Dove produzierten Spotts spiegeln leider die Realität wieder und treffen viele Frauen und Mädchen in die Herzen. Auch Männer sind bei der Werbung quasi gezwungen, die Freundin in den Arm zu nehmen und ihr ins Ohr zu flüstern, dass sie nicht fett ist und man sie so liebt wie sie ist. Würde man sich realistisch dazu äußern: „Man, dass ist Werbung! Die wollen doch nur Ihre Produkte verhökern!„, würde man wieder als Macho-Schwein dastehen, das doch lieber ein Modell in der Kiste hätte, obwohl man nichts mehr macht, als die pure Wahrheit auszusprechen.

    Die Kampagnen sind immer sehr emotional und schaffen dadurch sicherlich eine sehr starke Bindung zu den Produkten. Eine Art der Propaganda, die sicherlich zum Ziel des Unternehmens führt, aber fraglich ist für den Konsumenten.

    Der Blick in die Kristallkugel

    Die Idee den Kunden durch Emotionalität an ein Produkt oder eine Marke zu binden ist nicht neu, wird aber sicherlich nicht weniger und es ist eine gewisse Medienkompetenz notwendig, um diesen Sachverhalten auf die Schliche zu kommen. Aber wenn auch schon Politiker PR-Preise gewinnen, somit also viel Wert darauf legen sich zu verkaufen und das eigentliche politische Geschehen in den Hintergrund gerät, ist es kein Wunder das keine Gelder in die Bildung und die Wissenschaft fließen und das Volk somit dumm gehalten werden soll. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    Habt Ihr eine Meinung zu dem Thema!?

  • TV-Eklat: Eva Herman und die braune Suppe

    Eines möchte ich vorweg schicken. Ich habe nicht eines der Bücher von Frau Herman gelesen, noch habe ich mich mit ihrer Theorie hinreichend befasst, um ein Urteil darüber zu fällen. Ich bin weder ein Gegner, noch ein Befürworter der Thesen von Frau Herman. Ich habe zu dem Thesen einfach keine Meinung, weil ich deren Inhalt nicht kenne.

    Ich habe lange überlegt, ob und wenn wie, ich einen Beitrag über diese famose Sendung schreiben sollte. Ich lasse es aber, mich darüber auszukotzen, sondern verweise hier auf einen ausgezeichneten Artikel vom Poltiblog.de „Nazikeule auf der Autobahn“. Dieser Artikel spiegelt so ziemlich genau mein empfinden wieder. Und macht klar, dass man sich für nichts entschuldigen braucht, was man nicht gesagt hat.

    Das Vorgehen des Gastgebers erinnerte mich immer an die Präsupposition: „Haben Sie aufgehört ihre Frau zu schlagen?„. Es wird ein Sachverhalt als evident vorausgesetzt, der aber weder haltbar noch wahr ist und der Antwortende kommt in eine logische Zwickmühle, einem Paradoxon der rhetorischen Art.

    Eigentlich habe ich Kerner immer gerne geguckt und auch gemocht und Eva Herman eher nicht. Das hat sich aber geändert… Vielleicht sollte ich mir doch mal eines ihrer Bücher zu Gemüte führen.

  • Basisdemokratie oder parlamentarische Semidiktatur?

    In einem demokratischen ((Ob wir in einer wirklichen Demkratie leben, ist ja doch fraglich: Leben wir in einer Demokratie? « Kritik Blog)) Land wie dem unseren, ist die Wahl das Mittel, mit dem sich der Bürger Gehör verschaffen kann und die Richtung in die regiert werden soll, mitbestimmen kann – eigentlich.

    Die Angst vor der Demokratie

    In Hamburg läuft ja gerade ein Volksentscheid der zum Ziel hat, die Basisdemokratie zu stärken und mehr Macht dem Volke zu überlassen. Dass damit nicht alle einverstanden sind, versteht sich ja eigentlich von alleine. So zum Beispiel spricht sich der amtierende Bürgermeister Ole von Beust gegen diese Demokratie des Volkes aus:

    Die letzte Entscheidung muss beim Parlament liegen. Das ist das Wesen der parlamentarischen Demokratie und damit sind wir in den letzten 60 Jahren gut gefahren.
    Quelle: Welt.de | Stand 04.10.2007

    Stimmt ich vergaß, dass es jeden morgen zum Frühstück eine Schale Weisheit im Parlament gibt und die Damen und Herren der Obrigkeit natürlich einen wirklichen und echten Bezug zur Basis haben – die wissen sicherlich wie man mit keinen 500 Euro im Monat über die Runden kommt.

    Wenn die Basis bei den „Großen“ mal mitspielen darf, dann müssen „die da oben“ sich aber warm anziehen, denn es ist sicherlich nicht einfach zu kommunizieren, warum die Leistungen der Krankenkassen weiter gekürzt ((Da sind wir aber doch froh, dass wir nicht mehr im Zeitalter des Wilden Westens leben, denn bei den Vertragsänderungen, die immer ohne mein Einverständnis gemachte worden sind, wäre sicherlich der Eine oder die Andere schon gelyncht oder wahlweise erschossen worden.)) werden müssen oder das mal wieder die Mehrwertsteuer erhöht wird, aber auf der anderen Seite Diäten und Bezüge erhöht werden.

    Bildung und Kommunikation

    Ich bin davon überzeugt, dass es auch mal Entscheidungen geben muss, die für die Mehrheit negative Auswirkungen haben werden, aber sollte das Volk darüber abstimmen müssen, dann muss von denen, die die Weisheit mit Löffeln fressen eben richtig kommuniziert und erklärt werden. Leider ist dazu in der Bevölkerung auch ein Mindestmaß an Bildung notwendig, damit diese teilweise doch recht komplexen Sachverhalte verstanden und beurteilt werden können. Aber das ist ja der Punkt, der in meinen Augen versucht wird systematisch zu unterdrücken. In der Bildung wird immer mehr gespart und es sprießen teure Privatschulen aus dem Boden, die wirkliche Innovationen in der Lehre bereiten. ((Naja ganz klar, denn die Obrigkeit will seinen Nachwuchs doch nicht mit dem Pöbel aufwachsen sehen.)) Die staatlichen Schulen und Bildungsstätten sind starr und reform-immun – jedenfalls hat man den Eindruck.

    Der vermeindliche Ausweg

    Wie erreiche ich es aber als Herrscher in einer Demokratie, meine persönlichen ((Oder jedenfalls die der Lobyisten.)) Interessen durchzusetzen? Ganz einfach, ich muss die Wahlen manipulieren. Das Volk ist doch eh zu blöde um schnallt die Zusammenhänge nicht ((So kann man jedenfalls zwischen den Zeilen in dem oben genannten Zitat von Herrn von Beust lesen, wenn man möchte.)). Aber Wahlzettel zu manipulieren, dass fällt auf, also muss eine einfachere Lösung her. Wieso macht man nicht einfach alles elektronisch? Das Ganze sind dann nur noch bits und bytes, die auf dem Weg von A nach B manipuliert werden können und fertig ist die selbsterstellte Machterhaltung.

    Wahlcomputer werden entwickelt und der Presse und Bevölkerung vorgestellt. Leider haben die „Weisen“ die Rechnung ohne die Basis gemacht, denn auch hier gibt es Spezialisten, die sich in der Materie auskennen und Soll-Schwachstellen schnell ent- und aufdecken.

    Papier ist geduldig

    Der Wahlbrief, mit meiner Erklärung und meinem Stimmzettel.In meinen Augen sollte man dich nicht all zu schnell auf neue Technologien verlassen. Ein Sprichwort aus der EDV-Branche heißt:

    Never change a running system.

    Welchen Grund, außer die gemeinen, niederträchtigen und sicherlich falschen Unterstellungen die ich eben aufgestellt habe, sollten eine Regierung dazu veranlassen diese neue Technik zu etablieren? Ich für meine Teil präferiere die gute alte Abstimmung an der Urne oder per Briefwahl. Bei dem eingangs erwähnten Volksentscheid, wurden einem die Wahlunterlagen direkt nach Hause geschickt, so dass der Weg zur Urne nicht mehr angetreten werden muss.

    Sicherlich gibt es auch hier Schwachstellen im System, aber man muss sie ja nicht noch größer machen, als sie es schon sind.

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  • Graffiti | Urbane Kunst

    {graf}Graffit in Hamburg | Quelle: https://www.graffitinews.net/2007/10/04/hamburg-legal-bunker-2 | 04.10.2007Was Kunst ist und was Schmiererei ist, da streiten sich die Gelehrten drüber. Sicher ist, dass es immer im Auge des Betrachters liegt und eindeutige Definitionen nicht gegeben werden können. Auch wenn das ordinäre Graffiti unter den Straftatbestand der Sachbeschädigung fällt, so bringt es doch ein Spruch aus dem Film-Klassiker „Beatstreet“ auf den Punkt:

    „If art is a crime, may god forgive me.“

    {graf}Werdegang der Menschheit | Quelle: https://www.i-am-bored.com/evolution_grafitti.html | 04.10.2007Sobald aber die urbane Kunst sich an die gebräuchliche angleicht, erscheint sie dem Otto-Normal-Betrachter wieder als sehenswert und es wird nicht mehr so schnell als Schmiererei tituliert. Schade eigentlich, denn die Wildstyles und Characters in der modernen Großstadt spiegeln die Gesellschaft wieder und den Umgang der zu meist jugendlichen Künstler mit den Problemen des Lebens.

    Links

     

    • Erkenntnisse nutzen!

      Bei meiner täglichen Dosis digistraction bin ich heute bei diesem Zitat hängen geblieben:

      Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas Geld zurück legen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.
      Quelle: John Ruskin (* 1819 / † 1900) englischer Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker und Sozialphilosoph.

      Treffender kann man es eigentlich schon gar nicht mehr sagen. Gefunden habe ich das Ganze auf „Die ContentSchmiede“. Gerade auch in Bezug auf den Artikel den ich kürzlich erst für trigami geschrieben habe, ist dieses im höchsten Maße Zitat passend.

      Das Wissen ist da – nun nutze es

      Nun stellt sich aber doch die Frage, dass wenn ein Mensch zur vorletzten Jahrhundertwende schon solche Erkenntnisse hatte und sie augenscheinlich auch kommunizierte, warum diese nicht bis heute (100 Jahre später) zum Verbraucher durchgedrungen ist. Wenn man will, kann man sicherlich eine Absicht der Wirtschaft unterstellen, die uns nicht mit geistigen Ergüssen wie diesen überschüttet, sondern mit Nichtigkeiten die verkauft werden, um die Lebensqualität zu verbessern. Die Definition von Lebensqualität übernimmt in diesem Punkt auch der Einfachheit halber die Wirtschaft.

      Man sollte sich also mal Schriften (oder auch sekundär Literatur) von Denkern ((Als Denker bezeichne ich nicht nur weltliche, sondern auch geistliche Denker, wie z. B. Gandhi, Buddha, Jesus, Luther etc.)) aus vergangenen Tagen zu Gemüte führen, denn es sind sicherlich schon viele Gedanken gedacht worden, von denen man selbst überzeugt ist, sie seien revolutionär.