Autor: MAWSpitau
Das wichtigste im Leben ist die Zeit. Leben heißt, mit der Zeit richtig umgehen.

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Linux sucks…

Linux sucks…

Mein letztes Windows, mit dem ich tatsächlich produktiv gearbeitet habe, war Win98. Alles, was danach kommt, kenne ich nur von meinen Arbeitgebern. Bei mir zu Hause hat ein alternatives Betriebssystem wie Windows natürlich keine Chance, zum Einsatz zu kommen.

Aber wenn wir mal ehrlich sind, auch in der Welt von GNU/LINUX ist nicht immer alles rosig. Die Hersteller von Hardware geben teilweise nur Treiber für Windows heraus, Dokumente, die mit geschlossener Software hergestellt wurden, sehen bisweilen gediegen aus und so weiter.
Hier ist mir ein amüsantes Video über den Weg gelaufen, das genau diese Probleme offen und ehrlich anspricht, zum Ende aber auch noch die Kehrseite der Medaille aufzeigt.

Welche Punkte sind es bei euch, die Linux sucken lassen?

Lernend einen Film schauen

Das Dilemma

Auf Lehrzeit stellte Ingo vorgestern die Frage, ob man kurz vor den Ferien lieber einen Film mit den Schülerinnen und Schülern gucken oder ob man mit ihnen noch „richtigen“ Unterricht machen sollte. Aus seinen persönlichen Erfahrungen heraus lässt sich schließen, dass einige Schülerinnen und Schüler von den vielen Filmen, die geguckt werden, ermüdet sind und beim vielen Schauen auch die Lust daran verlieren.

Ich kann die Gedanken sehr gut nachvollziehen und war als Schüler auch von den Filmen, die die Lehrpersonen auswählten, zumeist nicht positiv überrascht.

Einige Kollegen versuchen es dann kurz vor den Ferien nochmals mit sozialkritischen Filmchen1, die dann aber in der Regel „noch schnell in der Pause zu ende geguckt werden“ und die Schülerinnen und Schüler dann damit unverarbeitet nach Hause gehen.

Die Motivation echten Unterricht zu machen, sinkt von Tag zu Tag und wenn man es mit offenen Augen beobachtet, nicht nur bei den Schülerinnen und Schülern.

Ein Ausweg aus dem Dilemma

Um diesem Dilemma zwischen Bildungsauftrag und Motivationlosigkeit zu begegnen, entscheide ich mich immer öfter für einen guten Mittelweg. Es gibt nämlich sehr gute Dokumentationen im Netz, die sich hervorragend eignen, in einer Doppelstunde bearbeitet zu werden. Es geht hier nicht darum, die Zeit totzuschlagen, sondern darum, auch in den letzten Tagen vor den Ferien den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, etwas zu lernen.

Zunächst befasst sich jeder Lernende mit bestimmten Fragen zu dem Themengebiet des Filmes. Diese werden dann in der Gruppe verglichen und so die unterschiedlichen Blickwinkel auf eine Sache wahrgenommen und unter Umständen diskutiert. Dann gibt es verschiedene Beobachtungsaufträge zu dem Film. Die Antworten dazu müssen schriftlich fixiert werden. Nach dem Film werden zunächst die Ergebnisse in den Gruppen zusammengefasst. Verständnisprobleme und Wichtiges kann im Plenum geklärt werden. Zu guter Letzt kann jeder Lernende schriftlich zusammenfassen, was das Thema mit ihm zu tun hat, was er oder sie daraus gelernt hat.

Wie macht ihr es in den letzten Stunden vor den großen Ferien? Normaler Unterricht? Stupider Film? Blöde Spielchen? Sportliche Aktivitäten?

Beispielfilme

Hier eine kleine Auswahl an Dokumentationen, die ich immer wieder gerne im Unterricht zeige, um auf bestimmte Facetten des Lebens aufmerksam zu machen.

Die letzte Saison

https://www.youtube.com/watch?v=YZmcjHVA-pM

Schmutzige Schokolade

https://www.youtube.com/watch?v=0ZFIb1PDOtM

Gottfried der Selbstversorger

 

 

  1. Schindlers Liste oder Wüstenblume []

Es ist kalt

friedhof

Ich weiß, dass ich nicht mehr lange unter meinen Lieben verweilen werde. Die Tage im Krankenhaus haben mich geschwächt. Nach und nach entweicht die Lebenskraft aus meinem Körper. Jeder Atemzug wird schwerer und schwerer. Ich spüre, wie Annette meine Hand hält und ihre Tränen meine Finger hinunter fließen.

Da war es wieder – das Drücken am ganzen Körper. Es ist stärker geworden. Die Frequenz scheint sich zu erhöhen. Das Pochen aus der Ferne beschleunigt. Ich warte auf das nächste Drücken. Die gefühlte Schwerelosigkeit der letzten Wochen nimmt ab. Die Schwerkraft übernimmt. Das Drücken ist nun noch heftiger. Zwei Kräfte wirken auf mich. Die Schwerkraft und der Druck aus allen Richtungen auf meinen gesamten Körper.

Ich höre Annette weinen: »Leb wohl.« Es schmerzt, ihr nicht antworten zu können. Langsam schließe ich meine Augen. Sie erblicken das letzte mal Annette. Noch spüre ich ihre Hand und wie sie laut weinend ihren Kopf auf meine Brust legt.

Volles Bewusstsein über das Sein, den Sinn des Lebens und alles darüber hinaus erschließt sich mir in Bruchteilen von Sekunden und ist so präsent als sei es nie vergessen gewesenen. Der Kosmos ist eins mit mir und bietet mir ungeahnte Möglichkeiten. Ich entscheide.

Ich höre unbekannte Stimmen, fremde Sprachen. Ernste Worte. Ruhige Worte. Laute Worte. Der Druck erhöht sich wieder. Mein Kopf wird eingequetscht. Mein Schädel verformt sich. Ein Stirnband aus Druck legt sich um ihn. Ruhe. Stille. Nur Druck! Mein Körper wird vorwärts gedrückt. Das Band legt sich über Augen, Nase, Mund, Kinn. Nun schmiegt es sich um meinen Hals. Keine Beklemmung oder Atemnot. Es wird hell. Durch meine geschlossenen Augen nehme ich tausend Sonnen war. Ich verhalte mich ruhig. Die Augen geschlossen. Keine Atmung. Keine Panik. Ruhe in jedem Moment.

Ich spüre einen anderen, kälteren Druck unter meinem Kinn. Mit den wiederkehrenden Pressungen meines Körpers, werde ich am Kinn gezogen. Mit einem Mal ist es kalt. Ich weiß, ich habe es so verdient und es mir ausgesucht. Das hier ist ein Anfang.

Indem ich bewusst und ohne Zwang alle meine Kraft zusammennehme und ein weiteres Mal einen tiefen ersten Atemzug nehme, beginne ich mein neues Leben.

Es ist kalt – zum Herunterladen als PDF

Gelesen: Anna, die Schule und der liebe Gott

Mich hätte schon das metaphysische Wesen im Titel  des Buches stutzig machen sollen – hat es aber nicht, also habe ich das Buch gekauft.

Wenn ich Precht in Videos erleben durfte, hatte ich in der Regel ambivalente Gefühle. Auf der einen Seite nimmt man einen teilweise arroganten1 Zeitgenossen wahr und auf der anderen Seite einen Mann, der bei bestimmten Themen die Finger in die Wunde legt. Somit erwartete ich ein spannendes Buch. Vielleicht noch ein Kommentar: Dieses Buch ist das erste Buch von Richard David Precht, dass ich gelesen habe.

Für mich war dieses Buch ein nicht-enden-wollendes Geseier über die vermeintlich prekäre Bildungssituation in Deutschland. Es wird die Historie des deutschen Bildungssystems dargelegt und immer wieder postuliert, dass sie zum Scheitern verurteilt sei und es unbedingt eine Bildungs-Revolution geben müsse!

Bis es zu den Vorschlägen kommt, wie diese Revolution aussehen solle, kommt Precht erst spät (zu spät?) am Ende des Buches. Und diese sind, jedenfalls für meinen Hintergrund, nicht revolutionär, sondern höchstens: mal aufgeschrieben. Aber auch das muss mal sein.

Im Endeffekt war das Buch wenig lesenswert. Für meine Person gab es wenig neue Einschätzungen der aktuellen Situation und keine wahrlich neuen und revolutionären Ansätze. Vielleicht bin ich nur noch nicht soweit, dass ich alles verstehe, was Herr Precht von sich gegeben hat.

Subjektive Note: 3-

  1. Wobei „arrogant“ nicht unbedingt als Negativum gewertet werden sollte, denn ich hörte mal den Satz: »Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.« []