Monat: Januar 2026

  • Leitungsfunktion und Transparenz

    Seit einigen Jahren leite ich als Abteilungsleiter einer großen Schule die mir anvertrauten Abteilungen. Mein Ziel ist es, Entscheidungen, die an das Kollegium weitergegeben werden, nicht nur transparent, sondern vor allem sichtbar zu kommunizieren.

    Sichtbarkeit versus Transparenz

    Ein zentraler Begriff in der Pädagogik ist „Transparenz“. Damit wird in der Regel gemeint, dass Prozesse und Entscheidungen für alle Beteiligten nachvollziehbar sein sollen. So müssen beispielsweise die Bewertungskriterien für Schülerinnen und Schüler klar erkennbar sein. Ebenso sollten die Überlegungen und Abläufe, die meinen Entscheidungen zugrunde liegen, für die Kolleginnen und Kollegen verständlich sein.

    Zwar wird dadurch nicht jede Entscheidung oder Note uneingeschränkt unterstützt. Allerdings entsteht auf diese Weise ein besseres Verständnis für die zugrundeliegenden Prozesse. Dies fördert nicht nur die Akzeptanz der getroffenen Entscheidungen, sondern vermittelt auch Einblicke in meine Arbeitsweise und meine Werte.

    Meiner Ansicht nach ist dies – sowohl im Unterricht als auch in Leitungsprozessen – von großer Bedeutung. Indem ich offen lege, wie Entscheidungen zustande kommen und welche Überlegungen ich dabei anstelle, werde ich in meinem Handeln und meinen Werten deutlicher wahrgenommen.

    Entscheidungen der verschiedensten Situationen werden dann für alle Beteiligen berechenbarer und vorhersehbarer.

    Der Begriff der Transparenz stimmt somit eigentlich nicht, denn wenn etwas transparent ist, ist eben nicht sichtbar. Beispiel gefällig? Nehmen wir die Superkraft von Susan Storm geb. Richards: sie ist transparent (Klugscheißermodus: Und farblos.) und somit unsichtbar. Und das ist, was meine Entscheidungen, meine Notengebung und meine Leitungsarbeit nicht sein soll: unsichtbar.

    Somit gewöhne ich mir gerade an, den Begriff Transparent in diesem Kontext nicht mehr zu nutzen und ihn gegen den Begriff Sichtbar auszutauschen. Entscheidungen, Noten und Prozesse müssen sichtbar sein und nicht transparent, also unsichtbar.

    Ändert das meine Arbeit? Steigt dadurch eine Akzeptanz? Ich vermute nicht. Aber ich mache hiermit nur meine Gedanken zu den zu nutzenden Begriffen transparent – nein, sichtbar.

    Fediverse-Reaktionen
  • Mach Dich unabhängig!

    Wer hat deine Daten?

    • Wie liest du deine E-Mails? Über Gmail?
    • Wie bestellst du deine Bücher? Über Amazon?
    • Wie nutzt du das Internet? Mit Google Chrome?
    • Wie chattest du mit deinen Freunden? Über WhatsApp?

    Das sind alles Dienste, die in einem Schurkenstaat beheimatet sind. Es handelt sich um Firmen aus den USA, die deine Daten speichern, auswerten und weiterverwerten.

    Das ist ein Problem, denn dadurch verlierst du die Datensouveränität. Das bedeutet, du hast keinen Einfluss darauf, wer deine Daten erhält, was mit ihnen geschieht und wie sie genutzt werden.

    Natürlich stellt sich immer wieder die Frage: Ist das wirklich schlimm? Schließlich hast du doch keine Geheimnisse. Das mag sogar richtig sein. Aber hier mal ein kleines Beispiel, dass du vielleicht doch ein bisschen etwas zu verbergen hast:

    Dein Mobiltelefon weiß genau, wann und wo du zu schnell gefahren bist und wie stark du die Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten hast. Sollten Sicherheitsbehörden oder die Betreiber dieser Daten irgendwann auf die Idee kommen, genau diese Informationen anzufordern oder für eigene Zwecke zu nutzen, könnten sie dich damit unter Umständen erpressen oder anzeigen. Aber wir wissen alle, dass die das nicht machen werden.

    Diese Daten zeigen zudem, wann und wo du einkaufst, was du kaufst und wie viel du durchschnittlich pro Woche ausgibst. Das Ganze wird zum Problem, wenn wir uns ausschließlich auf Großkonzerne verlassen – besonders, wenn diese den Zugang zu bestimmten Bereichen verwehren. Ein aktuelles Beispiel ist die Sperrung europäischer Politiker durch die Regierung der USA.

    Um eine höhere Datensouveränität zu erreichen – also selbst zu bestimmen, wer deine Daten nutzt und wie –, gibt es seit dem letzten Chaos Communication Congress (39C3) eine Initiative, die Mark-Uwe Kling vorgestellt hat: di.day.

    Ziel ist es, die Kontrolle über die eigene digitale Identität zurückzugewinnen. Jeden Sonntag kannst du einen Dienst, den du nutzt, durch einen souveränen Dienst ersetzen. Die Initiative ist auf der Webseite di.day zu finden und bietet einfache Anleitungen, wie du beispielsweise von Gmail zu einem unabhängigen E-Mail-Anbieter wechseln kannst.

    Ich halte dies für ein sehr gutes Projekt. Unterstütze es. Deshalb verlinke ich es dir hier.

    Fediverse-Reaktionen