„Eine alufoliefressende Schreibmaschine, die die Treppe herunterfällt“

So oder so ähnlich soll sich die deutsche Sprache für Ausländer anhören…

Studenten der Universität Leeds haben diese Aussage einmal genauer betrachtet und die Ergebnisse in einem Podcast zusammengefasst. Auf die Seite bin ich über einen Freund (Morten Hunke)  gestoßen, der mit mir Abitur gemacht hat, das Projekt begleitete und gerade einen Artikel darüber verfasst. Dreimal dürft Ihr raten, wer diesen Artikel gerade auf dem Ideapad zur Korrektur hat. 😉

Das Projekt nennt sich deutschsichtig und soll den Beteiligten in einer projektorientierten Umgebung die Möglichkeit geben, ihr Deutsch zu verbessern. Es lohnt sich den ein oder anderen Podcast zu hören und auch den Artikel zu lesen – wenn er dann mal fertig ist.

Wie sich Deutsch für den Englischsprachigen Hörer anhört, kann man sich in dem folgenden Video mal anhören, dann wird man der Theorie, die deutsche Sprache klänge wie eine Schreibmaschine, auch als Muttersprachler, sicherlich zu stimmen.

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Mehr Bildung in Blogs

Im Rahmen der Blog-Aktion von @literatenmelu möchte auch ich meinen Senf dazu geben und die Blogosphäre bereichern. Zunächst werde ich die vorgeschlagenen Fragen beantworten und dann noch auf eigene Gedanken eingehen.

Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?

Da sind einige Momente, die sich eingebrannt haben. Da wäre zum einen mein Bio-LK-Lehrer, der zu Beginn jeder Stunde einen von uns dazu genötigt hat, vor der gesamten Klasse zu wiederholen, was wir in der letzten Stunde gemacht haben. In dieser Situation war es immer ein Glücksspiel, ob man sich das Thema vorher angeschaut hat, ob man dran kommt und ob im günstigsten Fall keine Nachfragen von Mitschülern oder dem Lehrer kommen. Im Grunde hat dieser Zwang zur Wiederholung aber Einiges gebracht, da ich noch heute Sachverhalte aus der Zeit weiß, obwohl ich nur noch wenig mit Biologie zu tun habe.

Weiterhin ist mir im Gedächtnis geblieben, dass ich in der Oberstufe drei Kurse mit einer Eins abgewählt habe, weil mir die Thematik zu uninteressant und zu einfach erschien. Das waren Rechtskunde, Pädagogik und Chemie! Wenn ich die -oder nur einige davon- behalten hätte, dann wäre mein Abitur sicherlich besser ausgefallen.

Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?

Medien?! Mhm, nicht viele – glaube ich! Abgesehen von den obligatorischen Medien: Zettel und Stift kamen im Unterricht zum Einstaz: OHP, Video, Super8, Dia und Computer (Informatikunterricht ohne Internet).  Im Kunst-LK gab es dann natürlich noch Linoleum und andere Druckverfahren, Kohle, Kreide, Tusche, Aquarellfarben und nicht zu vergessen: die analog Fotografie, inkl. Entwicklung der Filme.

Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?

Viele! Insbesondere bin ich der Meinung, die Ausbildung sollte praktischer verlaufen. Das darf aber nicht den akademischen und wissenschaftlichen Rahmen des Ganzen unterbinden. Das Problem ist, dass man erst in der Schule merkt, für was diese ganzen didaktischen Theorien gut sind und sich unter Umständen in der Universität ohne einen praktischen Bezug gar nicht für die Theorien interessiert. Außerdem sollte man als Lehrer viel eher merken, ob man für den Job gemacht ist oder nicht, denn wenn man erst im Referendariat ist, kann schnell der Pragmatismus siegen.

Dennoch halte ich den hin und wieder proklamierten Wechsel zum „verschulten Studium“ für nicht-sinnvoll. Die Ausbildung sollte wissenschaftlich bleiben, denn nur so erhält man die Fähigkeit, Sachverhalte in Gänze am Schreibtisch zu durchdenken. Weiterhin sagt mir mein Bauch1, dass die Reform zum Bachelor- und Master-Studiengang ebenso nicht sinnvoll ist. Der Drops ist aber gelutscht und muss nun hingenommen werden.

Ein Teil -und der ist sowohl in der Universität, als auch im Referendariat zu kurz gekommen- ist das Benoten. Wie benote ich? Wie mache ich Noten? Was ist eine gut mündliche Mitarbeit? Welche Kriterien gibt es?

Außerdem halte ich es für sinnvoll, den Studierenden Seminare zur Selbstorganisation anzubieten. Denn das Arbeiten in Schule muss sehr gut organisiert werden, wenn man nicht immer etwas vergessen und  seine Absprachen einhalten möchte.

Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?

Gute Idee! Aber bitte richtig und sinnvoll – denn nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch sinnvoll. Schrecklich finde ich es, wenn Wikis oder Blogs angelegt werden, die nach dem Schuljahr gelöscht werden, wie es hin und wieder mit Einrichtungen in Moodle gemacht wird. Die Relevanz für die SuS ist damit gleich null! Besser scheint es mir, echte Wikis oder Blogs zu nutzen, die nicht nur von SuS besucht werden, sondern auch von anderen Personen, die sich im WWW herumtreiben. Dadurch, dass sie an echten Internetseiten arbeiten, ist die Verantwortung der SuS eine viel größere. Außerdem müssen sie sich so der Kritik von außerhalb stellen und bekommen Rückmeldungen, die nicht vom Lehrer initiiert sind.

Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?

Keine Ahnung, ich habe mich mit Nachhilfe noch nicht auseinandergesetzt. Ich denke aber, dass eine gute Medienkompetenz gepaart mit Wissensdurst bei SuS fruchten kann, sich Themen anzueignen oder nachzulesen. Außerdem können Angebote zum Erlernen oder Üben von Rechtschreibung und Grammatik sinnvoll sein. Da man hier eine schnelle Kontrolle erfährt und die Motivation zu lernen somit gesteigert wird. Was ich immer kritisch finde ist, wenn diese Angebote bezahlt werden müssen. Dadurch wird die Bildungsschere noch größer und das sollte in meinen Augen nicht sein.

Fragenunabhängige Gedanken

Bildung ist ein Gut, welches nach meinen Maßgaben frei für jeden sein sollte. Frei im Sinne von Freibier und im Sinne von freier Sprache.

Freibier

Bildung darf nichts kosten! Niemand sollte auf Grund seines Geldbeutels in den Genuss einer besseren oder schlechteren Bildung kommen. Auf dem Papier ist das in vielen Fällen (noch) so, aber de facto müssen SuS schon tief in die Geldbörsen greifen, wenn Sie eine weiterbildende Schule oder eine Universität besuchen. Das sind die Lernmittel, Klassenfahrten, Bücher, Theaterbesuche, Semestergebühren, Busfahrtkarten, Mieten für eine Unterbringung in der Nähe des Bildungszentrums etc. Das sind Kosten, die auf einen zukommen und da kann man nichts beschönigen. Wenn die Eltern zu wenig Geld haben, dann ist es eine Frage, ob das Kind noch weiter zur Schule geht oder endlich eine Lehre macht! Ich möchte nicht falsch verstanden werden, natürlich brauchen wir nicht nur Akademiker! Aber wichtig ist, dass der Mensch diese Entscheidung treffen kann!

Freie Sprache

Bildung darf nicht von Unternehmen beeinflusst werden! Schulen sollten nicht gesponsert werden und Lehrer müssen unabhängig sein, in dem was sie unterrichten. Somit ist ein Beamtenstatus, in dem man sich dem Land verpflichtet, unausweichlich. Weiterhin sollten Lehrer ihre persönlichen Meinungen und Ansichten weder zur Schau tragen, noch den Unterricht beeinflussen lassen. Nur so ist eine umfassende Bildung möglich.

Woher kommt die Kohle?

Bildung kostet aber nun einmal Geld. Ob die Lehrkräfte bezahlt werden müssen oder die Gebäude instand gehalten werden müssen, der Rubel muss rollen. Ehrlich gesagt ist mir egal woher die Kohle kommt, das Ganze zu bezahlen. Wichtig ist, dass sie kommt! Geld wird an so vielen unnützen Stellen ausgegeben, aber an Bildung, also der direkten Zukunft der Welt, wird gespart! Schulen sollten nicht betteln müssen, um Gelder zu erhalten! Wenn eine Schule sagt, dass sie Geld braucht, dann sollte sie es bekommen. Ebenso kann es nicht sein, dass die Universitäten nun Gebühren von den Studenten verlangen. Es gibt zwar Stipendien, aber da befinden wir uns wieder im Abschnitt „Freie Sprache“.

Wichtiger sind…

… gute Lehrer! Menschen, die Bock darauf haben, anderen zu helfen, etwas zu lernen, denn das kann man im Prinzip immer! Egal unter welchen Bedingungen und mit wie viel Geld.

Das waren meine Gedanken zum Thema. Es kam mir vor wie ein kleiner Rundumschlag, aber so sollte es ja auch sein. 😀

  1. Leider habe ich mich bisher zu wenig damit auseinandersetzen können. []