Das neue uMag

Vor einigen Wochen bin ich angeschrieben worden, ob ich nicht eine Rezension für den Relaunch des neuen uMags schreiben wolle. Obwohl ich zwar grundsätzlich immer Lust, aber nicht immer die Zeit habe, habe ich dem Ganzen zugesagt. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich das Magazin gar nicht, habe die Gelegenheit aber ergriffen, es auf diesem Wege kennenzulernen.

Vor dem Relaunch

Als das Magazin im alten Titel ankam, mache es bei mir „klick„, denn das konnte nur ein Hochglanz-Magazin für die Generation iMac sein. Umschlag und Seiten sind im Hochglanz gedruckt. Die Seiten machen den „Mut-zur-freien-Fläche-und-großen-Bildern“-Kultur alle Ehre. Die klaren Linien und eine serifenlose Schrift für den Fließtext unterstreichen diesen Eindruck. Klare deutliche, aber auch langweilige Strukturen für eine uniformierte Zielgruppe: dem iPhone-Besitzer der hippen Generation, der versucht nicht oberflächlich zu sein.1 Also insgesamt kein Magazin für das ich Geld ausgeben würde, bzw. ausgegeben hätte.

Nach dem Relaunch

Nun kam das neue, verbesserte uMag ins Haus geflogen. Viel schlimmer konnte es aus meiner Sicht ja nicht werden. Das Format ist etwas kleiner  und macht so einen handlicheren, kompakteren Eindruck. Der Umschlag ist matt und das neue Logo hat eine Schrift mir Serifen – Wow! – Serifen im Logo und das in unserer klaren, schnörkellosen Gesellschaft, das ist mutig! Aber was soll denn das? Die Seiten sind aus braunem an Ökopapier erinnernden Papier. Die Farben im Druck sind dementsprechend matt und kontrastlos und der Fließtext ist in einer schmalen Serifenschrift gesetzt.

„Ist das jetzt ein Parteiblättchen der Grünen geworden?“ – So oder ähnlich waren meine ersten Gedanken. Beim zweiten Mal durchblättern gefiel mir die ganze Erscheinung  des Magazins richtig gut! Mal etwas anderes! Weg vom Hochglanz, hin zum Wesentlichen – dem Inhalt, der Nachricht, dem Wissen! Große, von oben einfliegende Blöcke mit runden Ecken dominieren das Bild der Überschriften und so werden noch immer klare Strukturen vermittelt, auch wenn die Schrift mit Schnörkeln spielt.

Es macht Spaß im dem Heft zu lesen und die „Hochglanz“-Anzeigen auf dem braunen Papier zu bestaunen. Ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere Werbepartner es nicht mehr so lustig findet, wenn die „geilen Spiegelungen“ auf dem Papier nicht mehr so zu Geltung kommen. Aber an dieser Stelle muss sich der Verlag entscheiden, dem schnöden Mamon folgen oder seinen Stil durchhalten und die Leserschaft weiter begeistern…

Den Mamon erhält er aber auch durch den teureren Verkaufspreis, so dass man sich um den Verlag erst einmal keine Sorgen machen muss.

Inhalte

Inhaltlich kann ich nicht viel zu den Veränderungen schreiben, da ich nur diese beiden Ausgaben kenne und zu einer inhaltlichen Analyse sicherlich mehr als zwei Ausgaben notwendig wären.

Fazit

Im Fazit ist zu sagen, dass ich das neue uMag richtig gelungen finde. Trotz des neuen Papiers und des Muts zu Serifen, kommt das Magazin frisch, aber dennoch sachlich daher. Diese neue Sachlichkeit macht es in meinen Augen zu einem ernsthaften Magazin, welches sich mit Kultur und Lebensstil befasst, aber keinen Trends hinterherläuft, sondern eher welche setzt.

  1. Wem der Schuh passt, der soll ihn sich anziehen 😉 []

Schuluniformen für Lehrer…

Versagen Schülerinnen und Schüler, wird dieses häufig an vielen Punkten festgemacht. Zum einen gibt es die schlechten Rahmenbedingungen der Schule, weil das Gebäude ja schon so alt ist, zum anderen die Inkompetenz der Lehrkräfte, denn die Lehrer wissen gar nicht, wie die Welt wirklich funktioniert und Werner Knecht von NZZ Online findet die Ursache nun in der Kleidung des Lehrers. Aha!

Des Menschen Wille

Auch wenn der Bericht Kleider machen Lehrer die Thematik in meinen Augen ein wenig zu ernst nimmt, ist eine Signalwirkung durch die Kleidung nicht von der Hand zu weisen. Nonverbale Kommunikation findet immer statt, man kann eben nicht nicht kommunizieren. Aber ist es als Lehrkraft nun notwendig, dass man immer im Hemd und im Jackett herumläuft? Wenn doch gerade diese Kleidung das kommuniziert, was ich als Lehrer gar nicht sagen will? Wie bei den meisten Entscheidungen die man treffen muss, ist für mich die bewusste Entscheidung wichtig. Sprich: Wenn ich als Lehrkraft weiß, dass ich bin dem Rentierpulli und den Jesus-Latschen polarisiere und ich das entweder bezwecken möchte oder es in Kauf nehme, dann sollte es einem studierten Menschen doch überlassen sein, wie er zur Arbeit geht.

Vorschriften

Man sollte meinen, dass die Freiheit der Kleidungswahl ein Grundrecht des Arbeitenden ist. Die Realität lehrt einen aber etwas Anderes. In fast keinem Berufszweig kann man seine Kleidung noch frei wählen. Kellner tragen schwarz und weiß, Bänker müssen im Anzug oder Kostüm erscheinen, Krankenschwester, Apotheker und Ärzte tragen weiß, Kassiererinnen tragen in der Regel vom Betrieb gestellte Kleidung oder mindestens Shirts, Westen oder Pullover. In jedem dieser Fälle soll die „besondere“ Kleidung auf die Kompetenz des Trägers anspielen und diese unterstützen. Warum sollte das also nicht auch bei Lehrkräften der Fall sein?

Leitbilder der Schulen

Wenn die Schulen spezifische Leitbilder aufbauen und entwickeln, dann kann natürlich versucht werden, diese auch über die Kleidung zu transportieren. Ob jetzt eine richtige Uniform in der Schule für Lehrer und Lehrerinnen wirklich sinnvoll ist, dass weiß ich nicht. Jedenfalls könnte durch eine solche Maßnahme unterbunden werden, dass Lehrkräfte durch ihre Kleidung politische, religiöse oder weltanschauliche Signale setzen. Dazu muss das Kollegium aber nicht gleichgeschaltet werden. Ein günstiger Mittelweg wäre ein Kleidungskodex in Form einer Anweisung oder einer Bitte der Schulleitung. Wie ein solcher Kodex auszusehen hat, dass entzieht sich meiner Kenntnis und er ist sicherlich auch nicht einfach zu verfassen, denn teilweise bringen schon die Fachrichtungen der Lehrkräfte eine besondere Kleidung mit sich. Sportlehrer brauchen für mein Dafürhalten nicht im Jackett unterrichten, genauso wenig wie die Lehrkräfte für die Garten- und Landschaftsbauer.

Die Rahmenbedingungen

Irgendwie will der neue, feine Stil aber noch nicht so recht zu der seit 30 Jahren nicht renovierten, lädierten und verdreckten Anstalt passen, die dem Lehrkörper von seinem Dienstherren als Arbeitsplatz zugewiesen wurde.
Meldungen aus dem pädagogischen Untergrund

Egal wie man zu dem Thema steht, ich stimme der obigen Aussage des pädagogischen Untergrunds nicht zu. Denn wenn ich etwas verändern will, dann muss ich bei mir anfangen. Darauf zu warten, dass mir das Gute von oben befohlen oder die Rahmenbedingungen für meine Sache verändert werden, sorgt nur weiterhin für ein hohes Frustpotential. Wenn ich persönlich der Meinung bin, dass man mit der Kleidung eine bessere, wenn nicht gute Atmosphäre übertragen kann, dann spielt das Umfeld dabei keine oder nur eine untergeordnete Rolle.

Mein Klamotten

In der Schule trage ich fast immer eine Jeans mit einem Business-Hemd (in der Hose) und dazu ein Jackett. Das Ganze aber nicht zu edel, sondern im smart casual Stil, gerne ein Cord-Jackett (ohne verstärkte Ellenbogen), braune oder schwarze Lederschuhe und vieles  in dunklen und erdigen Farbtönen. Privat sieht das hin und wieder anders aus: Basecap, Hoodys, Turnschuhe, T-Shirts etc.

Wir haben an unserer Schule keine Vorgaben, ich trage die oben beschriebene Kleidung aber bewusst, damit ich mich eindeutig und klar von den Schülern unterscheide. In beiden Outfits fühle ich mich sehr wohl! Ich kleide mich grundsätzlich so, dass ich nie das Gefühl habe, ich würde mich verkleiden. Diese Einstellung könnte aber unterwandert werden, wenn ich bestimmte Kleidung tragen müsste, obwohl ich beim Bund das Gefühl des Verkleidens auch nicht hatte. Aber dort ist die Kleidung auch ein Institutionalisierung par excellence, die in keiner Weise in Frage gestellt wird.

Und Ihr?

Mich interessiert nun, was ihr in der Schule tragt und ob es eine Kleidungsvorschrift an Eurer Schule gibt. Von den hier lesenden Nicht-Lehrern würde ich gerne wissen, was ihr davon haltet, wenn Lehrer dazu angehalten – wenn nicht sogar gezwungen – werden, bestimmt Kleidung zu tragen und ob ihr in Eurem Job einen Kleidungskodex beachten müsst, sollt oder wollt.