1 – 3 – 5 / Dinge planen und tun

Dieser Artikel ist ein Beitrag der Serie: Selbstmanagement als Lehrer»

chk-1-3-5.jpgDoch, doch ich kann schon noch zählen. Und ich bin auch kein Primzahlenfetischist.1 Es geht darum, Dinge erledigt zu bekommen. Die Zahlen symbolisieren die Aufgaben, die ich an einem Tag machen möchte, gestaffelt nach der Größe und dem Umfang.

Das System schnell erklärt

Eins

Nimm Dir einen großen Brocken am Tag vor. Als Beispiel könnte es das Korrigieren einer Klassenarbeit oder das Planen einer Unterrichtseinheit sein. Natürlich muss das Ganze realistisch sein. Du kann nicht an einem Tag das Dach Deines Hauses alleine decken.

Drei

Nimm Dir drei mittlere Brocken am Tag vor. Diese Aufgaben sollten nicht zu groß sein. Als Beispiel könnte man hier das Arbeitszimmer wischen, ein Systemupdate machen, neue Software ausprobieren, an einem Blogartikel schreiben etc.

Fünf

Nimm Dir fünf kleine Aufgaben am Tag vor. Kleine Aufgaben sollten schnell erledigt sein: Müll herausbringen, Altpapier in die Tonne werfen, Staubwischen, Klassenlisten auf Vordermann bringen etc.

Meine Erfahrung

Ich habe das Prinzip einige Tage ausprobiert und ich muss sagen, es mach nicht nur Laune, sondern es funktioniert richtig gut. Leider ist es für meine Bedürfnisse nicht ausreichend, da ich ja nicht nur Schreibtischtäter bin oder meine Arbeit nur an einem Ort verrichte. Da ich in Schule unterwegs bin, meinen Schreibtisch als Arbeitsplatz habe und noch Seminare für das IQSH gebe, muss ich mein Vorgehen anders strukturieren, als es dieses System vorgibt.

Wenn ich aber mal einen Schreibtischtag habe, fülle ich zu Beginn dieses Formular aus und arbeite es ab. Man erhält dadurch einen Überblick über das, was man macht und machen will oder soll.

Was mich an dem System ein bisschen gestört hat, war die Tatsache, dass man in der Regel nicht nur die Dinge erledigt, die auf dem Zettel stehen, sondern auch noch Dinge macht, die nebenbei anfallen.2 Dazu habe ich auf meiner Vorlage einen Bereich eingerichtet, auf der diese Arbeiten verzeichnet werden können. So behält man nicht nur den Überblick was noch zu tun ist, sondern auch eine Liste der Tätigkeiten, die eben mal so nebenbei angefallen sind.

OER?

Während ich diese Zeilen schreibe, kommt mir die Idee, das Ganze als OER zu taggen. Man kann ja auch Schülerinnen und Schüler darin schulen, sich ihren Aufgaben zu stellen und ihnen Methoden und Instrumente an die Hand geben, mit der Sie den Alltag bewältigen können. Ich bin heute mal ganz verrückt… Ich mache das einfach mal.

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Via: www.thedailymuse.com

 

  1. Auch wenn die 1 keine echte Primzahl ist… []
  2. Telefonate, E-Mails beantworten etc. []

Zum Teufel mit Multitasking

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Nach dem der Korb leer ist, ist die Zu-Erledigen-Liste voll und die Arbeit beginnt. Eine wichtige Erkenntnis, wenn man sich am Selbstmanagement versucht, ist die, dass es kein System gibt, welches einem die Arbeit abnimmt – Schade eigentlich. Es kann sie nur erleichtern, strukturieren und unterstützen. Wenn man es sich genau überlegt, kommt zu der Arbeit, die man ja so oder so schon hat, noch ein Haufen Arbeit hinzu, um die einzelnen Aufgaben in das System aufzunehmen. Durch die Strukturen, die geschaffen werden, ist es aber einfacher und zeitsparender, die Gesamtheit der Aufgaben zu erledigen.

Als Lehrer hat man das Problem der zwei Arbeitsplätze. Die Schule kann ich nicht als Arbeitsplatz im eigentlichen Sinne nutzen. Der Unterricht findet dort zwar statt, aber ich habe keinen eigenen Arbeitsplatz. Man kann somit also keine Bücher oder Unterlagen lagern, die man für die Vorbereitung von Unterricht braucht.

Das Problem am Arbeitsplatz zu Hause ist, dass es rund um den Schreibtisch so viele Dinge gibt, die interessanter sind als das, was gerade erledigt werden muss. So kommt es dazu, dass man immer wieder abgelenkt wird oder, wie in den meisten Fällen, sich ablenken lässt. Strategien gegen diese Ablenkung sind ja bereits in dem Abschnitt „Der Computer als Prokrastinationshilfe“ besprochen worden.

Auch wenn sich das Gerücht hält, dass Frauen multitaskingfähig sind, ist es tatsächlich so, dass der Mensch als solches nicht in der Lage ist, zwei Dinge gleichzeitig zu tun.

Eins nach dem Anderen

Schon meine Großeltern sagten immer: „Eins nach dem Anderen!“ Und Recht hatten Sie damit, denn es ist nicht möglich, mehrere Sachen simultan zu erledigen. Dennoch passiert es immer wieder, dass man sich dabei erwischt, wenn man versucht mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Man schreibt an einem Text, erstellt eine Präsentation oder bereitet einen Unterricht vor und schon kommen einem Dinge in den Kopf, die man nun gar nicht gebrauchen kann. Wenn man diese nun sofort erledigt, ist man aus der angefangenen Arbeit raus und unterbricht unter Umständen den Flow. Viel sinniger ist es genau diesen Gedanken aufzuschreiben und in den Eingangskorb zu legen. Dort ist er sicher und geht nicht verloren. Um das aber zu können, ist es wichtig, immer etwas zu schreiben griffbereit zu haben. Wenn man (noch) kein Freund des Notizbuches ist, sollte man mindestens kleine Notizzettel und ein Schreibinstrument auf dem Schreibtisch griffbereit liegen haben.

Eine einfache Übung

Wer schnell und einfach am eigenen Leib erfahren möchte, dass Multitasking nicht funktioniert, dem ist folgendes Experiment zu empfehlen.

Nimm ein Blatt Papier und zeichne eine Tabelle mit drei Spalten. Nummeriere die Spalten von eins bis drei. Jede Spalte steht für ein Projekt. Projekt eins hat das Ziel, dass in der Spalte alle Buchstaben von A bis J stehen. Projekt zwei hat das Ziel, dass die Ziffern von 1 bis 10 untereinander stehen. Projekt drei hat das Ziel, dass die römischen Zahlen von I bis X untereinander stehen.

Fülle die Spalten nun zeilenweise, also nach dem „Multitaskingprinzip„, aus. Sprich: Du schreibst erst das A, dann die 1, dann I in die dritte Spalten. Dann B, 2 und II.

Erstelle dann die gleiche Tabelle wie oben, fülle die Tabelle aber nun projektweise aus. Also erst die Spalte von A bis J, dann die Spalte von 1 bis 10 und dann die Spalte von I bis X.

Stoppe die Zeit, wie lange Du für jede Aufgabe brauchst.

Mein Ergebnis war, dass ich für die Multitasking-Aufgabe 37 Sekunden und für die lineare Bearbeitung 21 Sekunden gebraucht habe.

Nachdem ich diese Übung gemacht habe, lautet meine Prämisse bei der Arbeit: „zum Teufel mit Multitasking“ – es funktioniert einfach nicht.

Ein Schritt zur Struktur

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Durch den konsequenten -teilweise auch sicherlich fast übertrieben-lächerlichen- Einsatz meine Notizbücher und dem Eingangskorb auf meinem Schreibtisch entstand umgehend mehr Struktur in meinem Arbeitsleben.

Als ich begonnen habe, dieses System einzusetzen, sah mein Schreibtisch aus, als hätte dort eine Bombe eingeschlagen.

Bei einem solchen Projekt hat man anfänglich ja viel Energie und Motivation, alles zu verändern und besser zu machen. Nimmt man diese ganze Energie und geht mit ihr nicht vorsichtig um, dann verpufft sie ganz schnell in der Anfangszeit. Um diesem Verpuffen vorzubeugen, habe ich alles, was auf meinem Schreibtisch lag, einfach in eine große Kiste geschmissen und jeden Abend einen kleinen Stapel für den nächsten Tag in den Eingangskorb gelegt. So konnte ich Schritt für Schritt das System einführen, habe meine Energie nicht ins Aufräumen gesteckt und hatte in den ersten Tagen immer etwas im Eingangskorb, so dass ich mich an das System gewöhnen konnte. Diese Gewöhnungsphase ist in meinen Augen für das Gelingen des Vorhabens von aller höchster Wichtigkeit. Von großem Vorteil ist es dann noch, wenn diese Phase von Erfolgserlebnissen geprägt ist, also der Schreibtisch abends immer leer und aufgeräumt ist. Dadurch setzt sich das Ritual, die Gewohnheit, schneller im Gehirn fest, da sie mit einem positiven Gefühl verbunden ist.