Ehrlich währt am längsten

Ehrlichkeit ist eine wahre Tugend, die in der Gesellschaft, wie wir sie heute erleben, nicht immer einen hohen Stellenwert hat. Aber was wollen wir auch von den Menschen erwarten, die alle vier Jahre Wahlversprechen verlauten lassen, die dann doch nicht eingehalten werden. Im wilden Westen hätte man dafür um sein Leben bangen müssen. In der heutigen Zeit wird dieses Verhalten doch nur mit einem: „So ist das eben im Wahlkampf!“ kommentiert.

ehrlichkeit

Ich plädiere dafür, die Ehrlichkeit wieder als hohe Tugend im Alltag zu etablieren. Was aber nicht heißen soll, man soll seine Meinung immer und überall unverblümt kund tun. Denn nicht umsonst heißt es: „Reden ist Silber – schweigen ist Gold.

Fragen über Fragen…

Wie ist das mit unseren Schülerinnen und Schülern?

  • Sind wir zu denen immer ehrlich?
  • Was ist, wenn eine Frage gestellt wird, die wir nicht auf Anhieb beantworten können?

Was ist mit unseren Kolleginnen und Kollegen?

  • Haben wir für die ein offenes Ohr für ehrliche Gespräche?
  • Sagen wir denen, was uns stört?
  • Was aus unserer Sicht unprofessionell ist?

Was ist mit unseren Vorgesetzten?

  • Sind wir auch zu denen ehrlich?
  • Oder geht Ehrlichkeit nur zu den Menschen im Betrieb, die unter einem Arbeiten, aber  nicht „nach oben“?

Ist Ehrlichkeit im beruflichen Alltag eine Tugend die eine Rolle spielen sollte?

Sind die Piraten angekommen?

Ich verfolge nun schon seit einigen Monaten die Entwicklung der Piratenpartei und freue mich, dass eine neue kleine Partei aufsteigt und an Relevanz gewinnt. Aber die Frage, die sich stellt ist, ob sie wirklich an Relevanz gewinnt und auch in der Bevölkerung ankommt.

Ich lebe zum großen Teil im Netz. Ich blogge, ich twitter, ich lese und beantworte E-Mails, ich erstelle Webseiten, ich habe verschiedene IM-Accounts, ich betreibe ein wiki, ich lese RSS-Feeds etc. Auf diesem Wege bekomme ich viele Informationen rund um die Piraten mit. Ich stelle mir aber die Frage: Wie kommen die Piraten in der Nicht-Internet-Welt an? Kommen Sie dort an?

Ältere Damen tragen folgendes dazu bei: „Die Piraten sind ja ganz nette junge Leute. Aber was sie da in Somalia treiben, ist nicht so in Ordnung. Eine Stichprobe im Kollegium ergab ähnlich Halbgares: „Klar kenne ich die Piraten – ist doch ein komischer Haufen – da ist doch der eine Politiker, der aus der SPD rausgeflogen ist, weil er Kinderpornos auf dem Rechner hatte hin und will jetzt, das Kinderpornos im Netz bleiben…1 Ein Versuch einige Sachverhalte klarzustellen, wurde mit dem Argument, es stünde aber so auf Spiegel-online, nicht akzeptiert.

Wenn ich dann erfahre, dass die Parteien ordentlich in den Tasche greifen müssen, um auf den Privatsendern Werbung zu machen, dann frage ich mich: Wie will man die Bevölkerung ordentlich aufklären, wenn man keiner Lobby angehört, die einem solch einen „Spaß“ finanziert?

  • Sind die Piraten in der realen Welt angekommen?
  • Wenn ja welches Bild haben sie da?
  • Sind sie mehr als nur eine Spaßpartei?
  • Wird vernünftig und fair über sie berichtet?

Ich bin zwar kein Pirat und was ich wähle, dass fällt unter das Wahlgeheimnis – die Piraten sind für mich im Moment eine Erscheinung, die ich so noch nicht erlebt habe. Daher frage ich mich, ob meine Wahrnehmung mit der der Öffentlichkeit gleichgesetzt werden kann oder ob wir als internetaffine Bürger ein verklärtes Bild der Parteienlandschaft haben…

Ich habe keine Antwort auf diese Problematik, vielleicht könnt ihr mir helfen eine Antwort zu finden.

  1. Gedächtnisprotokoll!!! []

Gespenster Geschichten sind wieder da

gespenstergeschichtenEinige Zeit gab es sie nicht zu kaufen. Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht einmal wie lange sie nicht im Handel erhältlich waren. Aber das spielt ja auch keine Rolle mehr, denn sie sind ja wieder da! Ich rede von den legendären „Gespenster Geschichten“. Und sie haben sich nicht viel verändert: Seite zwei zeigt noch immer einen Vertreter aus der „Monster-Galerie“ und die Geschichten sind noch genauso flach wie früher. 😉 Leider sind die Zaubersprüche keine rückwärts geschriebenen Werbeslogans mehr, so dass dem Ganzen noch mehr Ernsthaftigkeit verliehen wird — so gut man den Gespenster Geschichten eben Ernsthaftigkeit verleihen kann.

Die letzten drei Ausgaben kamen sogar mit jeweils einer Hörspiel CD. Die aktuelle Ausgabe 02/2009 präsentiert eine vertonte Geschichte von Hellboy. Leider handelt es sich bei der CD um ein Produkt zum „anfixen“. Geliefert wurde nur der  ersten Teil einer Geschichte. Der zweite Teil des Abenteuers muss sodann käuflich erworben werden und kostet ca. 9 Euro.hellboy

Das Hörspiel macht aber einen solide produzierten Eindruck. Die Stimmung wird sehr gut wiedergegeben. Das liegt sicherlich nicht nur an den Originalstimmen aus dem Kinofilm, sondern auch an einer Musik, die einem Soundtrack nahe kommt. Nun überlege ich schon, ob ich den Nachfolger nicht kaufen und meine Hörspielleidenschaft auch noch auf Hellboy ausweiten sollte.

Wie auch immer, die Lektüre kostet inkl. der CD 2,95 € und das ist nicht zu teuer. Ich bin mal gespannt, was die Preispolitik sagt, wenn es mal kein Gimmik1 dazu gibt. Aber irgendwas sagt mir, dass sich daran nicht viel ändern wird 😉

„Seltsam? Aber so steht es geschrieben…“

  1. Ui, das ist aber eine ganz andere Zeitschrift 😉 []

Taataaa! And the next president is…

Ich kenne mich wirklich nicht mit dem Wahlverfahren der Vereinigten Staaten von Amerika aus, aber ich weiß, dass es im höchsten Maße kompliziert ist. Vor einigen Jahren habe ich mal den Versuch gestartet, mir das Ganze von einer amerikanischen Rechtsanwältin erklären zu lassen… ohne großen Erfolg. Im Prinzip ist es mir auch egal 😉

Was mir da aber nun durch die Medien entgegen springt, dass ist doch keine Politik mehr, das ähnelt eher einem Finale eines Sportereignisses oder eines Talentwettbewerbes. Bisher hat man von politischen Zielen der Präsidentschaftskandiaten herzlich wenig gehört.

Es geht im Grunde nur darum, dass es möglich ist, dass der erste schwarze Präsident gewählt wird. Sollte einem die Hautfarbe nicht egal sein? Grenzt das ständige Mitteilen, der Hautfarbe nicht schon fast an Rassiusmus? Sollte es in der Politik nicht um Inhalte und nicht um Äußerlichkeiten gehen?

Mir persönlich ist es egal, ob ich von einem Schwarzen, einer Frau, einem Schwulen oder einem Körperlichbehinderten regiert werde, solange die politischen Inhalte stimmen.1 Und ich würde mich freuen, wenn die Medien auch die Schwerpunkte in der Politik in den Inhalten suchen und nicht in den Äußerlichkeiten und dieses auch endlich mal einfordern. Denn die Medienspektakel, die jetzt in Übersee veranstaltet werden, kommen sicherlich nach und nach auch zu uns. Die ersten Vorwehen können ja schon betrachtet werden.

  1. Ob die im Moment stimmen in Deutschland, das ist ein anderes Thema. []

Zentrale Speicherungen personengebundener Daten in den Händen des Staates

Stellen wir uns mal vor, man hat einen schweren Unfall und wird bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert. In der Notaufnahme1 würde man den Fingerabdruck entnehmen oder aber einen implantierten Chip auslesen und dadurch eine eindeutige Zuordnung zu einem Datensatz einer zentralisierten Datenbank bekommen. Dieser Datensatz würde sämtliche speicherbare, personenbezogene Daten enthalten: Blutgruppe, Intoleranzen oder Unverträglichkeiten auf spezielle Medikamente, Glaubensrichtung, Arbeitnehmer, Angehörige und desen Adressen etc. Die Datenschützer schreien jetzt natürlich auf, aber dennoch bitte ich dieses Gedankenspiel mitzuspielen.

Eigentlich nur Vorteile, oder?!

Die Vorteile des Szenarios liegen auf der Hand, es kann sofort die richtige Bluttransfusion gegeben werden, Medikamente die nicht wirken oder den Zustand verschlimmern könnten, werden nicht gegeben, wenn dem Opfer nicht geholfen werden kann, kann ein Geistlicher der richtigen Konfession gerufen werden und in allen Fällen können die Angehörigen schnellst möglich benachrichtigt werden. In diesem Moment gibt es erstmal keine negativen Auswirkungen und eigentlich sollte jeder einem solchen Verfahren zustimmen können. Aber warum regen sich Datenschützer über solche Szenarien, die eine zentrale Speicherung von personenspezifischen Daten ausmalen auf? Im Grunde ist die Antwort ganz einfach. Dem Staat, der als einzige Instanz in Frage käme ein solches Projekt flächendeckend durchzuführen, wird in keinster Weise vertraut!

Die Parallelgesellschaft der Regierenden

Die Bevölkerung sieht die Regierung nicht im Ansatz als Teil von sich, sondern als herrschende Klasse gegen die man arbeiten muss und mit denen man nicht zusammen arbeitet. Diese elitäre Klasse grenzt sich schon im eigenen Sprachgebrauch immer selbst von „dem Bürger“ ab, so dass dieser Abstand nicht nur geschaffen, sondern immer wieder verhärtet wird. Dieses (Miss-)Verhältnis alleine ist aber noch keine Grund für eine Misstrauen auf ganzer Ebene. Worin liegt diese also begründet?

Zeig‘ mir wer Du bist und wie Du arbeitest

Meiner Ansicht nach ist ein großes2 Problem, die mangelnde Transparenz. Niemand aus dem Volke weiß genau, welcher Politiker in welchen Unternehmen einen Vorstandsvorsitz inne hat und somit Lobbyarbeit leistet oder wie und was wirklich bei Gipfeltreffen besprochen wird. Man versteht auch nicht, wie eine solche Berufsgruppe sich die Gehälter selbst erhöhen kann.

Natürlich ist Politik ein relativ komplizierter Komplex, der sicherlich nicht mit einem Satz erklärt werden kann, aber wenn man die Leute des Volkes mal fragen würde, was die Frau Bundeskanzlerin den ganzen Tag lang macht, bin ich mir sicher, dass fast niemand in der Lage ist, die Arbeiten von Frau Merkel zu beschreiben. Fragt man das selbe zum Berufstand der Maurer, würden sicherlich mehr Tätigkeiten genannt.3 Mit diesem Beispiel will ich nicht unterstellen, dass die Herren und Damen Politiker den lieben langen Tag Nichts machen, ganz im Gegenteil!

Es ist doch schade, dass man nicht weiß, welche Arbeit es ist, ein Land zu regieren. Wüsste man das oder könnte der Otto-Normal-Verbraucher erkennen, was mit seinen Steuern genau getan wird, wäre sicherlich die Basis des Vertrauens zwischen gemeinem Fußvolk und der herrschenden Klasse fester.

Da der Staat und das dortige Geschehen aber alles andere als transparent ist, hegt das normale Volk natürlich ein gesundes Misstrauen, wenn es darum geht sich selbst als gläsern darzustellen, obwohl es dadurch nicht in den Genuss kommt die damit verbundenen Vorteile zu erleben. Dass die Menschen in der zivilisierten, aufgeklärten Welt dazu bereit sind Daten und persönliche Dinge von sich preiszugeben, beweisen die ganzen „sozialen Netzwerke“ die im so genannten Web2.0 wie Pilze aus dem Boden sprießen und der Zulauf kein Stopp erlebt. Der Mensch hat also das Bedürfnis sich zu vernetzen und nutzt diese Informationen die aus der Vernetzung entstehen. Er traut diese Informationen sogar riesigen Konzernen an, ohne das ganze nachhaltig zu hinterfragen. Wenn es aber darum geht, dass der Staat diese Informationen bekommen soll und dadurch objektiv sicherlich einige Arbeitsgänge erspart blieben,4 lehnt sich der Bürger (zu recht) auf.

Wenn von dem Bürger gefordert wird, dass er seine kompletten Daten auflegen soll, dann muss ein gravierendes Umdenken in der Bevölkerung stattfinden, dass in meinen Augen nur erreicht werden kann, wenn der Staat an dieser Stelle mit gutem Beispiel vorangeht und sich selbst transparenter macht, damit das Misstrauen abgebaut werden kann. Die Frage ist natürlich, ob uns „Normalos“ eine solche plötzliche Transparenz nicht abschrecken würde?! Wenn wir auf einmal den Klüngel sehen würden mit dem unser Land regiert wird, wo welche Gelder wie fließen, welche Lobby wo die Finger im Spiel hat etc., wären wir sicherlich nicht begeistert, aber ich glaube, das Ganze würde zu mehr Ehrlichkeit und mehr Vertrauen führen; nicht von der einen Sekunde auf die andere, aber langsam und sicher.

Bin nicht in der Arbeitgeber?

Natürlich kann man als Kritiker hier wieder einbringen, dass die Politik so kompliziert ist und dass es wahrscheinlich gut ist, dass wir nicht immer alles wissen, was hinter den Kulissen geschieht. Wenn diese elitären, abgeschirmten Strukturen nicht in einer von mir bezahlten Regierung vorherrschen würden, sondern beim Wirtschaftunternehmen um die Ecke, dann wäre mir das prinzipiell egal.5 Die Herren und Damen an der politischen Spitze haben nun einmal eine Verantwortung von uns bekommen, werden für diese Verantwortung ausreichend bezahlt und haben keine wirkliche Kontrollinstanz über sich, die sich die Arbeit mal genauer anguckt! Deshalb bin ich der Meinung, dass transparentes Arbeiten zur Pflicht und Schuldigkeit der Regierung gehört.

Vielleicht verstünde man dann mal endlich, warum der Staat seit Jahrzehnten immer mehr Schulden macht, wie die Auswahlverfahren für subventionierte Projekte verlaufen oder warum es immer weniger Arbeitsplätze, aber immer höhere Gehälter in der Wirtschaft gibt…

Ein Schelm der Böses dabei denkt.

  1. Wenn das nicht sogar schon im RTW oder im Hubschrauber geschehen kann oder wird. []
  2. Wenn es nicht sogar das größte Problem ist. []
  3. Auch wenn diese nicht nur berufsspezifische Tätigkeiten, sondern auch biertrinken und bild-lesen beinhalten würden. []
  4. Wer sich schon mal in mehreren Bundesländern für ein Referendariat als Lehrer beworben hat, der weiß wovon ich rede. Nicht nur die Mengen an Kopien, die eingereicht werden müssen, sondern auch das Geld, was dabei durch die Hände gleitet, weil ja jede Kopie amtlich beglaubigt werden muss, lassen einen fast verzweifeln. []
  5. Natürlich nicht wirklich, aber in diesem Kontext dient der Vergleich zur Verdeutlichung. []