Kann ich mal bei Dir mitkommen… Wenn Referendare fragen!

Wenn die Schule nach den großen Ferien oder nach Weihnachten1 wieder anfängt, dann kommen nicht nur neue Schülerinnen und Schüler in die Schule. In der Schule, in der ich arbeite (5.000+ Schülerinnen und Schüler), sind nach den Ferien neue Gesichter im Kollegium an der Tagesordnung. Es sind aber nicht nur fertige Lehrerinnen und Lehrer, die das Kollegium bereichern, sondern auch immer wieder Referendare. Der Unterschied zu den „fertigen“ Kolleginnen und Kollegen ist, dass die Lehrkräfte in Ausbildung immer mal wieder fragen, ob Sie in den Unterricht mit kommen dürfen. Aber da ich in der Regel nichts besonderes mache, sollen die mal getrost woanders hospitieren… Oder?

„Kann ich mal bei Dir mitkommen… Wenn Referendare fragen!“ weiterlesen

  1. Okay, eigentlich erst im Februar. []

Fortbildung on the road

In meinem momentanen Betätigungsfeld, bin ich ja doch recht viel im Auto unterwegs. Damit die Fahrten nicht zu langweilig werden, habe ich gerne Hintergrundbeschallung. Da ich Radio in der Regel nicht ertrage1 , habe ich es mir angewöhnt, den unterschiedlichsten Podcasts zu lauschen. Diese haben sich für mich als eine Art Fortbildungszeit etabliert.

Ich hatte eigentlich vor, alle meine Lieblinge hier vorzustellen. Habe mich dann dagegen entschieden und mache lieber irgendwann eine Fortsetzung von „Fortbildung on the road“.

„Fortbildung on the road“ weiterlesen

  1. Zuviel dummes Gelaber, zu viel Werbung und zu viel unsinnige Informationen… []

Lernen und Prüfen?! – Wann soll ich das noch alles machen…

Der Beruf des Lehrers ist kein Beruf, der ohne viel Belastung auskommt. Man hat viele intensive Sozialkontakte am Tag, wenig echte Pausen und nimmt sich Arbeit immer mit nach Hause. Wenn nun auch noch der Unterricht nach Lernen und Leisten / Prüfen unterteilt werden soll, dann fürchten viele Kolleginnen und Kollegen noch mehr Arbeit und noch mehr Vorbereitungs- und Korrekturzeit.

Ein Lügner bin ich nicht

Ich würde an dieser Stelle lügen, wenn ich schreiben würde, dass es nicht mehr Arbeit ist, mit dem Konzept der Lern- und Prüfungzeit zu arbeiten – jedenfalls am Anfang. Das ist doch ganz normal! Wenn ich Pfade, die ich im Moment betrete, verlassen möchte, dann muss ich neue Wege etablieren.

„Lernen und Prüfen?! – Wann soll ich das noch alles machen…“ weiterlesen

Wie trenne ich im Unterricht Lern- und Prüfungszeit?

Wie kommt man zu echten objektiven Noten?

Gar nicht! „Noten sind immer subjektiv“, so hat es ein Professor von mir kund getan! Es kann schon sein, dass man als Lehrperson genau weiß, wann die Schülerinnen und Schüler bewertet werden und wann sie lernen und Fehler machen dürfen. Viel wichtiger ist es, den Lernenden aufzuzeigen, in welcher Phase des Unterrichts sie sich gerade befinden.

„Wie trenne ich im Unterricht Lern- und Prüfungszeit?“ weiterlesen

Warum die Trennung von Lernen und Prüfen im Unterricht?

Meine Schülerinnen und Schüler werden immer bewertet – irgendwie muss die mündliche Mitarbeit ja bewertet werden und ich kann schon entscheiden, ob auch eine ‚dumme Frage‘ als gute Antwort zählt.

In den meisten Bereichen, in denen Menschen Dinge leisten und einer Art Prüfung unterzogen werden, wird zwischen dem Lernen oder Üben und dem Leisten oder Performen getrennt:

  • Im Theater sind es die Proben in denen gelernt wird und die Aufführungen in denen geleistet wird.
  • Beim Machen des Führerscheins darf ich solange lernen, bis der Prüfer hinten auf der Rückbank sitzt.
  • Beim Fußball laufe ich beim Training auf dem Feld um orangene Hütchen herum. Wenn es dann um den Pokal geht, sind diese nicht mehr da, sondern wurden durch menschliche Mitspieler ersetzt.

Wenn man die Situationen charakterisiert, dann ist ganz deutlich zu sehen, dass in der Zeit in der gelernt wird, immer Fehler erlaubt sind und – wenn man einen guten Coach, Trainer oder Regisseur hat – auch wertvoll sind, um sich selbst weiterzuentwickeln. Man kann durch Fehler neue Einsichten von sich gewinnen, neue Methoden kennenlernen oder aber endlich eine Regel verstehen.

In den Prüfungssituationen ist das nicht der Fall. Dort sind Fehler in der Regel nicht erwünscht. Ein vergessener Text, eine rote Ampel, die übersehen wurde oder das Stolpern über die eigenen Beine kann schwerwiegende Konsequenzen haben.

Lernen scheint in unserem Leben also so gestaltet zu sein, dass wir wissen, wann wir etwas lernen und wann wir eine Leistung erbringen müssen. Und es scheint auch so genau richtig zu sein, denn das unter Stress Erlernte ist in der Regel nicht kreativ nutzbar, sondern bleibt – wenn überhaupt – nur abrufbares, aber nicht anwendbares Wissen.

Die Profis…

Einzig in den Institutionen, in denen das Lernen Programm ist, in denen alle Menschen in Deutschland gebildet werden sollen, ist diese Trennung (noch) nicht flächendeckend zu finden: In den Schulen.

Der traditionelle Unterricht sieht doch so aus: Es gibt viele Prüfungszeiten, die nicht als solche gekennzeichnet sind und wenig reine Lernzeiten. Schülerinnen und Schüler sind somit nur selten in der Lage zu erklären, ob Sie gerade bewertet werden oder nicht. Trauen sich also unter Umständen nicht, einige Fragen zu stellen oder zuzugeben, dass sie es noch immer nicht verstanden haben. Performance und Leistung ist das was zählt.

Eine klare Trennung von Lernzeit und Prüfungszeit, würde nicht nur den Schülerinnen und Schülern helfen, sondern auch der Lehrperson ein echtes Maß an Sicherheit an die Hand geben, möglichst neutral zu bewerten und nicht – im schlimmsten Fall – am Ende des Halbjahres den Würfel herauszuholen. Die Noten wären eine 100 %ige Sache und Diskussionen über Noten am Halbjahresende oder Jahresende gehörten (fast) der Vergangenheit an, da von Beginn an klar ist:

Was – wird wann – nach welchen Kriterien – bewertet.

Natürlich ist dieses Konzept schwerlich umsetzbar, wenn tradierter Unterricht mit einem fragend-entwickelten Unterricht angeboten wird. Hier gibt es eben viel zu wenige Möglichkeiten, die Schülerinnen und Schüler wirklichen lernen, also auch denken zu lassen. Der Unterricht muss dann selbstverständlich mit dem Fokus auf die Lernenden und nicht auf den Lehrenden vorbereitet werden.

  • Wie sieht es bei Dir im Unterricht oder in der Schule aus?
  • Wird zwischen Lernen und Prüfung durchgängig unterschieden?

Trenne doch in einer der nächsten Unterrichtseinheit, die Du planst, Lern- und Prüfungszeit, teile das den Schülerinnen und Schüler mit und lasse mich an Deinen Erfahrungen teilhaben.