Gelesen: Nichiren, der Ausübende des Lotus-Sutra

By Chris Gladis from Kyoto, Japan (Nichiren outside Honnoji) [CC-BY-2.0 (www.creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Oha, was eine dicke Schwarte.“, dachte ich, als ich ich das Buch ausgepackt habe. Aber letztendlich hat sich das Lesen gelohnt.

Yukio Matsudo gibt einen sehr guten und detaillierten Einblick in die Welt des Buddhismus nach Nichiren Daishonin. Da es ein wissenschaftliches Werk ist, beginnt es mit zahlreichen Hinweisen und Erläuterungen, wie japanische Texte übersetzt wurden, auf welche Schriften es sich bezieht und wie die Formatierungen in der Arbeit zu interpretieren sind. Diese Hinweise sind zu nächst langatmig und scheinen überflüssig. Für ein weiteres Studium der Schriften Nichirens sind sie sicherlich von Wichtigkeit.

Das rezensierte Buch ist das Standardwerk in deutscher Sprache für die neutrale, nicht durch Sekten und Schulen beeinflusste, Sicht auf den Buddhismus Nichirens. Dennoch stellt der Autor seine Sicht der Dinge – gerade in den letzten Kapiteln – unmissverständlich dar und versucht, die geführten Streitgespräche mit den Klerikern für sich zu entscheiden.

Auch wenn ich die Position des Autors grundsätzlich unterstütze, in einigen Teilen dieser Darstellung kommt das Ganze einer kleinen Schlammschlacht oder eine Abrechnung gleich, was den Eindruck der zuvor geführten, neutralen Darstellung der Lehre trübt.

Das Buch ist sowohl für Einsteiger, als auch für langjährige Anhänger des Buddhismus des Nichiren Daishonins geeignet, da es einen Überblick über die Lehre bietet, erklärt wie es zu dieser Lehre kommt und aufzeigt, welche Unstimmigkeiten unter den unterschiedlichen Schulen existieren, so dass man sich nach der Lektüre noch besser zu den bestehenden Schulen positionieren kann.

Durch das Buch ziehen sich einige Defizite in der Grammatik, der Rechtschreibung und der Interpunktion, was den Lesefluss aber nur selten stört.

Subjektive Note: 1-