Es fruchtet…

Heute war ich wirklich überrascht. Meine BFS-Oberstufe hat in der 5. und 6. Stunde in der Gruppe gearbeitet, wie der Teufel.

Thema: Umgang mit Sachtexten – 5-Schritt-Lesemethode. Sie haben sich in aleatorischen Gruppen zusammenfinden müssen, erhielten von mir die Aufgabenzettel und mussten loslegen. Und das taten Sie auch! Vereinzelt gab es natürlich Fragen, aber diese wurde leise und in Ruhe gestellt und geklärt.

Obwohl mein Arbeitsauftrag es gar nicht vorsah, haben alle Gruppen selbstständig einen Flüstermanager definiert, der auf die Lautstärke während des Arbeitens achtet. Zwischendurch wurde der Lautstärkenpegel einmal recht hoch, aber eine Schülerin regelte das Ganze. Zwar durch Lautstärke – aber immerhin von selbst!

Langsam zeigt sich, dass die Schülerinnen und Schüler merken, welchen Vorteil die Gruppenrollen haben und setzen diese von alleine ein. Wow!

Wen das Geschehen in der Einheit interessiert, der sei auf mein wiki verwiesen. Dort versuche ich die gesamte Einheit zu erfassen und zu planen.

Warum man als Deutschlehrer Mathekenntnisse braucht

Aus den Handreichungen zum RahmenlehrplanAuf einem meiner letzten Module in Deutsch kam die Sprache auf den sogenannten Fehlerquotienten. Für die Berufsfachschule ist die Berechnung dessen in den Handreichungen zum Rahmenlehrplan festgelegt — so hieß es auf dem Seminar. Damit ich dann demnächst auch alles richtig mache, nahm ich mir diese vor. Auf den ersten Blick war ich verwirrter als vorher: Die Tabelle ist in meinen Augen zwar nett anzuschauen, aber sie sagt so wenig aus!

Ich brauche doch eine Tabelle nach der ich direkt vorgehen kann, wenn ich die Klausuren zu berichtigen habe! Nehmen wir an, ein Schüler hat 357 Wörter geschrieben und 9 Fehler gemacht. Was für eine Note bekommt er dann nach dieser Tabelle? Genau: Keine Ahnung!

Ich habe mir die Mühe gemacht und die Tabelle so umgerechnet, dass auch ein Deutschlehrer damit einfach umgehen kann, wenn er nicht Mathe als Zweitfach hat!

  • Eine Eins gibt es, wenn bis zu1 1 Prozent falsch sind.
  • Eine Zwei gibt es, wenn bis zu 1,5 Prozent falsch sind.
  • Eine Drei gibt es, wenn bis zu 2,4 Prozent falsch sind.
  • Eine Vier gibt es, wenn bis zu 4 Prozent falsch sind.
  • Eine Fünf gibt es, wenn bis zu 10 Prozent falsch sind.
  • Eine Sechs gibt es, wenn mehr als 10 Prozent falsch sind.

Damit kann man doch was anfangen, oder? Um auf das Beispiel zurückzukommen:

(9 Fehler x 100 Prozent)/357 Wörter = 2,52 Prozent

Der Schüler bekommt also eine Vier im Elementarbereich.

Ich hoffe, dass ich das Ganze richtig umgerechnet habe und mir da keine logischen Fehler unterlaufen sind. Falls doch: Bitte einfach in den Kommentaren notieren!

Bitte beachtet auch, dass der genannte Fehlerquotient für die Berufsfachschulen in Schleswig-Holstein gilt. Für die Fehlerquotienten Eurer Schulart und Eures Bundeslandes müsst Ihr Euch selbst schlau machen!

  1. Damit ist einschließlich gemeint. []