Erkenntnisse nutzen!

Bei meiner täglichen Dosis digistraction bin ich heute bei diesem Zitat hängen geblieben:

Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas Geld zurück legen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.
Quelle: John Ruskin (* 1819 / † 1900) englischer Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker und Sozialphilosoph.

Treffender kann man es eigentlich schon gar nicht mehr sagen. Gefunden habe ich das Ganze auf „Die ContentSchmiede“. Gerade auch in Bezug auf den Artikel den ich kürzlich erst für trigami geschrieben habe, ist dieses im höchsten Maße Zitat passend.

Das Wissen ist da – nun nutze es

Nun stellt sich aber doch die Frage, dass wenn ein Mensch zur vorletzten Jahrhundertwende schon solche Erkenntnisse hatte und sie augenscheinlich auch kommunizierte, warum diese nicht bis heute (100 Jahre später) zum Verbraucher durchgedrungen ist. Wenn man will, kann man sicherlich eine Absicht der Wirtschaft unterstellen, die uns nicht mit geistigen Ergüssen wie diesen überschüttet, sondern mit Nichtigkeiten die verkauft werden, um die Lebensqualität zu verbessern. Die Definition von Lebensqualität übernimmt in diesem Punkt auch der Einfachheit halber die Wirtschaft.

Man sollte sich also mal Schriften (oder auch sekundär Literatur) von Denkern1 aus vergangenen Tagen zu Gemüte führen, denn es sind sicherlich schon viele Gedanken gedacht worden, von denen man selbst überzeugt ist, sie seien revolutionär.

  1. Als Denker bezeichne ich nicht nur weltliche, sondern auch geistliche Denker, wie z. B. Gandhi, Buddha, Jesus, Luther etc. []

WordPress update…

So, mal schauen… Heute habe ich das WordPress update auf die Version 2.3 gemacht. Verlief alles nach Plan 😉 Bis jetzt… Man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben. 8)

Ich habe spaßeshalber mal das tag-widget installiert und gaaanz nach unten in die Sidebar gepackt. Ich weiß noch nicht genau was das bringen soll, aber erstmal die „Wolke“ entstehen lassen. Memo an Selbst: hübsch machen muss ich das noch (CSS anpassen).

Die noch nicht formatierte tag-”Wolke” ;)Wer noch mit den Gedanken spielt ein Update einzufahren, der hat hier ein paar Links zu stöbern, denn ganz unkritisch wurde das update in der Blogosphäre ja nicht betrachtet.

Darf Gesundheit wirklich zu einer Ware verkommen?! [trigami-Artikel]

Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag. (Mehr Informationen)

So langsam aber sicher wundert mich gar nichts mehr. Nachdem man endlich das Gefühl hat, dass die Bevölkerung wieder von dem „Geiz-ist-geil-Trip“ heruntergekommen ist und wieder Wert auf Beratung und Qualität legt, startet ein Onlinedienst durch, der auf ganzer Linie mit der Gesundheit der Menschen Geld machen will.

Letzte Konsequenz

Seit 3 Jahren unterliegen bestimmte Arztneimittel keiner Preisbindung mehr und die Apotheken dürfen die Preise für ihre nichtverschreibungspflichtigen Medikamente selbst gestalten. Das nun eine Preissuchmaschine für Medikamente aus dem Boden des WWW erwächst, war sicherlich nur eine Frage der Zeit und überrascht mich nicht. Dennoch ist dieses eine Entwicklung die ich mit Vorsicht und großer Skepsis betrachte.

Kein Geld auf der Tasche

Natürlich ist es beim ersten Hinsehen ein Vorteil, wenn ich als Mitglied der Gesellschaft wenig Geld zur Verfügung habe, dass ich nun auch bei Medizin sparen kann. Und somit ist diese Idee von medpreis für viele eine Möglichkeit an Kopfschmerztabletten zu kommen ohne das Haus zu verlassen und dabei noch richtig Kohle zu sparen. Nur leider fällt die Beratung bei einem solchen Internetangebot völlig unter den Tisch.

  • Was ist mit Wechselwirkungen zu anderen Medikamenten?
  • Wieso kauft der Kunde alle 8 Tage eine neue Packung Ibuprofen? Sollte er nicht mal einen Arzt aufsuchen, wegen der chronischen Schmerzen?
  • Ist die Kundin, die ASS bestellt vielleicht schwanger und sollte es gänzlich vermeiden dieses Medikament zu sich zu nehmen, um das Leben ihres ungeborenen Kindes nicht zu gefährden?
  • Meint der Kunde wirklich ASS oder braucht er in Wirklichkeit ACC zum Lösen des Hustens?!

Es geht also gerade um Medikationen, die für uns Otto-Normal-Verbraucher harmlos erscheinen, die aber zu Problemen führen können, wenn keine kompetente Beratung vor Ort stattfindet.1

Da aber viele Anbieter den Versand erst dann Portofrei verschicken, wenn der Bestellwert 30, 40 oder 50 Euro übersteigt, ist das einzelne Medikament doch wieder nicht so günstig wie es auf den ersten Blick erscheint und es profitieren dann doch wieder die, die eigentlich nicht auf diese Pfennigfuchserei angewiesen wären.

Obligatorisches Web2.0 Outfit

Die Seite kommt (wie sollte es anders sein) im leckeren, hellen web2.0 Stil daher und suggeriert durch die abgebildete Ärztin2 Fachwissen und ein gut aufgehoben sein. Durch das apothekentypische rot wird der Bezug zur echten Apotheke hergestellt. Die Suche funktioniert intuitiv, hat eine Autovervollständigung und man kann seine Medikamente nach Namen oder Pharmazentralnummer suchen lassen.

Die Ware Gesundheit

Das nun die Gesundheit der Menschen zu einer Ware verkommt, manifestiert sich in den beschriebenen Onlineangeboten. Der Sozialstaat entzieht sich immer weiter seiner Verantwortung und lässt zu, dass Gesundheit nur noch eine Frage des Geldes sein wird. Dass bei dieser Art der Medikamentenbschaffung sicherlich vermehrt kontraproduktive Medikationen auftreten, ist zu erwarten. Aber nicht nur das Wohl der Einzelnen steht auf dem Spiel, sondern auch das der Gemeinschaft.

Preisvergleiche bei Medikamenten sind in meinen Augen grob fahrlässig, da bei den Discountpreisen und den Vertriebswegen die Qualität der echten Apotheke auf der Strecke bleibt und so mit der Gesundheit der Menschen gehandelt wird. Den schwarzen Peter hat in diesem Punkt aber ganz deutlich die Politik und deren Gesundheits“reform„. Dass jemand nun Geld mit dieser unethischen Reform macht ist sicherlich auch nicht zu unkritisch zu betrachten, aber als findiger Geschäftsmann geht es einem ja schließlich in erster Linie ums Bare und nicht um das Wohlergehen der Mitmenschen.

  1. Das heißt natürlich nicht, dass die Beratung in allen echten Apotheken gegeben ist, aber sie wenigstens potentiell möglich. []
  2. Es muss eine Ärztin sein oder laufen Apotheker mittlerweile auch mit einem Stethoskop herum? []

LUG Balista ist tot, es lebe LUG Balista e.V.

Zugegeben ein eingetragener Verein ist die LUG Balista noch nicht, aber das stellt sich doch hoffentlich als eine formelle Hürde dar. Am gestrigen Abend kam es zu einer Gründungsversammlung im Bürgerhaus in Barmbek und es waren ~20 Personen anwesend1 , die sich (fast) alle dazu entschlossen haben Mitglieder des neuen Vereins zu werden.

Realitätsfremder Idealist

Wie bereits vor fünf Jahren festgestellt wurde, bin ich ein realitätsfremder Idealist2 und das scheint auch immer noch so zu sein. Während den Diskussionen vor und während der Vereinsgründung habe ich in aller Deutlichkeit3 festgestellt, dass ich gegen einen festgelegten Mitgliedsbeitrag bin. Die Gründe dafür liegen auf der Hand:

  • GNU/Linux ist frei und somit sollte auch eine Organisation, die sogar eine Gemeinnützigkeit anstrebt, ohne eine erzwungene Aufwandsentschädigung auskommen.
  • Bisher, immerhin seit 2002, ist Balista ohne einen festen monatlichen Beitrag der Mitglieder ausgekommen, obwohl alle Kosten auf Einzelpersonen lasteten.
  • Ein fester Beitrag hindert vielleicht sozial schlechter gestellte Personen, sich im vollen Umfang an dem Verein zu beteiligen.

Natürlich sehe ich auch, dass ein fester monatlicher Beitrag Sicherheit bietet und so Ausgaben besser geplant werden können und auch einiges einfacher zu organisieren ist, aber dennoch darf ein Verein, der sich hauptsächlich mit GNU/Linux und freier Software befasst, gerne mal gegen den Strom schwimmen und dem kapitalistischen Gedanken den Rücken kehren.

Leider wurde die Satzung so verabschiedet, dass nun ein Beitrag fällig wird und die Höhe des Beitrages von der Mitgliederversammlung ermittelt, bzw. festgelegt wird. Aus diesem Grund habe ich mich nicht durch die euphorische Stimmung dazu hinreißen lassen, die Satzung zu unterschreiben und somit die historische Gelegenheit verpasst Gründungsmitglied von LUG Balista e.V. zu sein.

Freiheitsdenken setzt sich durch

In der folgenden ersten Mitgliederversammlung des Vereins, wurde mehrheitlich dafür gestimmt, dass der zu entrichtende Beitrag auf null Euro festgelegt wird, es aber einen Richtwert gibt, der den Mitgliedern nahe gelegt wird, um ihn monatlich zu Spenden. Niemand ist also dazu gezwungen einen Mitgliederbeitrag zu entrichten. Sobald eine Vereinskonto eröffnet wurde, werden Vordrucke für Lastschrifverfahren erstellt, die es ermöglichen die freiwillige Spende per Lastschrift abbuchen zu lassen.

Diese Variante ist zwar nicht exakt die von mir vorgeschlagene, ist aber ein guter annehmbarer Kompromiss, zwischen der sozialen Sicherheit und der ideologischen Freiheit, so dass ich in den nächsten Wochen wohl meine Mitgliedschaft beantragen werde.

Links zum Thema

  1. Genaue Zahlen können bitte dem Sitzungsprotokoll entnommen werden. []
  2. Leider ist der Beitrag mittlerweile zu einem so hohen Gut geworden, dass die FTD Geld für das Lesen haben möchte. Ich habe aber das Zitat gefunden auf das ich mich beziehe: http://www.das-netzbuch.de/article/495/realittsfremder-idealist []
  3. Sicherlich auch das eine oder andere Mal recht heftig 😉 []

GPG schütz vor dem Bundestrojaner …

… und auch anderen „Fieslingen„. Bisher galt das Signieren von E-Mails mittels GPG-Signatur wohl eher in das Repertoire von Geeks und Computerfuzzis. Das Signieren kann aber unheimlich praktisch sein, um sich vor Veränderungen in E-Mails zu schützen. Wie ich auf kernel.panic! erfahren habe, soll die Bundesregierung in der Lage sein, E-Mails von Freunden und Bekannten zu modifizieren, um so die Spionage-Software der Regierung auf dem Computer zu installieren.1

Für mich, der sich mit der Materie des GPGs schon vertraut gemacht hat, sind Apelle wie: „Signiert eure Mails!“ selbstverständlich, aber für Personen die sich mit der Materie des Computers nicht mehr befassen als E-Mails zu schreiben und Briefe zu tippen, wissen vielleicht nicht sofort, was es mit dem GPG-Signaturen auf sich hat. Daher hier ein Versuch den Mechanismus zu beschreiben.2

GPG – Das Prinzip

Das Prinzip des GNU Privacy Guard basiert auf der Idee von zwei Schlüsseln, dem so genannten Schlüsselpaar. Es gibt einen geheimen Schlüssel, der sich nur in Besitz des Eigentümers befinden sollte und einen öffentlichen Schlüssel, der in Besitz aller sein sollte, mit denen man kommunizieren möchte. Möchte man nun eine Nachricht signieren, dann schickt man quasi die Daten durch den geheimen Schlüssel und mit Hilfe des dazugehörigen Passworts wird eine Prüfsumme erstellt. Die Prüfsumme ist also eine eindeutige Datenmenge die sowohl durch die Nachricht, den geheimen Schlüssel und dem Passwort erstellt wird. Diese entstandene Datenmenge ist die eigentliche Signatur.

Derjenige der die Nachricht inkl. der Signatur erhält kann mit Hilfe des öffentlichen Schlüssels feststellen, ob die Nachricht wirklich von dem Empfänger stammt. Sollte die Nachricht unterwegs verändert worden sein, dann wird festgestellt, dass die Prüfsumme nicht richtig sein kann und somit ist man in der Lage E-Mails zu entdecken, deren Inhalt auf dem Weg zum Empfänger verändert wurden. Sollte sich also der Bundestrojaner eingeschlichen haben, stimmt die Prüfsumme nicht mehr und man sieht das etwas nicht stimmt und kann nun Rücksprache mit den Versender der E-Mail halten.

Verschlüsselung

Ein ähnliches Prinzip  wird auch bei der Verschlüsselung der Daten genutzt. Hier wird die Nachricht mit Hilfe des öffentlichen Schlüssels verschlüsselt und kann nur wieder entschlüsselt werden, wenn man in Besitz des geheimen Schlüssels und dem dazugehörigen Passworts ist.

Vorteile vom Einsatz von GPG

  1. Man sieht wer der wirkliche Absender der Nachricht ist und fällt so nicht auf Fehlinformationen rein.
  2. Man erkennt ob eine E-Mail unterwegs bearbeitet wurde oder nicht.
  3. Man kann Nachrichten so verschlüsseln, dass sie nur vom Empfänger wieder entschlüsselbar, also lesbar sind.

Da das Prinzip des Ganzen nun klar geworden ist (so hoffe ich 😉 ), empfehle ich weiterführende Literatur:

Fragen und Unklarheiten einfach in die Kommentare…

  1. Wenn hier einer Stasi-Methoden unterstellen möchte, so kann er das gerne tun. Ich werde mich zu solchen Äußerungen nicht hinreißen lassen, da ich der Meinung bin, dass solche Verfahren die Methoden des Ministeriums Staatssicherheit um ein vielfaches übertreffen. []
  2. Ich bitte über kleine Ungenauigkeiten und Vernachlässigungen hinwegzusehen, da es sich hier nicht um eine fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema handelt, sondern um eine reduzierte Fassung des Sachverhaltes um das Verfahren zu veranschaulichen. []