Ausrutscher im Umgangston.

Mein kleiner Blog hier hat am heutigen Tage wohl einige Gemüter erhitzt, so dass manche humanoide Lebewesen nicht mehr in der Lage waren  an sich zu halten und mich in den Kommentaren beschimpft haben.

Ich hätte gedacht, dass sich hier nur Leser rumtreiben, deren Diskussionskultur höher ist als die eines eingeschnappten Kleinkindes. Das scheint aber vereinzelt nicht der Fall zu sein – schade!

Auch wenn hier provokative Texte zu lesen sind, sollte man sich doch bei den Kommentaren zurückhalten und nicht versuchen mit persönlichen Verunglimpfungen seine Meinung kund zu tun.

Ich hoffe, dass ich nicht noch weitere Kommentare löschen muss. Also, schreibt Eure Meinung, aber reißt Euch zusammen 😉

Dalai Lama vs. Past Benedikt XVI

Franz Alt schreibt in Readers Edition über den Dalai Lama, dessen Besuch in Deutschlad und stellt die Frage auf, warum die Menschen aus der westlichen Welt immer mehr dem Dalai Lama bzw. dem Buddhismus folgen wollen und die christliche Kirche und den Papst auf das Abstellgleis stellen.

Zwei Führer, zwei Stile

Die Begründung sieht Alt darin, dass der Dalai Lama ein weicher Führer ist, der auch andere Glaubensrichtungen nicht nur respektiert, sondern auch akzeptiert. Der Dalai Lama fordert die westliche Welt sogar auf, nicht blindlings Buddhisten zu werden, sondern die Wurzeln in der eigenen Kultur zu pflegen. Im Gegensatz dazu soll der Papst ein Führer sein, der den Menschen misstraut und seine Kirche als die einzig wahre darstellt.

Die Persönlichkeit ist nicht alles

Ich für meinen Teil glaube, dass es natürlich auch an den Persönlichkeiten der Führer liegt, wenn eine Religionsgemeinschaft Sympathie oder Antipathie in der Bevölkerung auslöst. Aber viel wichtiger ist meinen Augen, was die Religion aussagt, welche Ideologie sie verfolgt und an was sie glaubt, an was nicht und wie sie das ‚sein‚ erklärt. Und genau in diesen Punkten Unterscheiden sich Christentum und Buddhismus fundamental. Denn auf der einen Seite steht außer Frage, dass ein Schöpfergott existiert, der uns Menschen geschaffen hat und über uns richtet und auf der anderen Seite die Selbstverantwortung jedes Einzelnen, das Prinzip von Ursache und Wirkung und der Kreislauf des Lebens.

Natürlich hat Alt Recht, wenn er beschreibt wie der Dalai Lama feststellte, dass sowohl die Bergpredigt als auch die achtfache Pfad Buddhas1 den Menschen helfen soll zu überleben, aber dennoch sind diese Predigten auf einer komplett anderen Glaubensbasis entstanden. Sie können somit zwar eine ähnliche Verhaltensweise der Menschen induzieren, aber der Grund des Handels ist ein anderer.2

Buddhismus ist nicht nur tibetanischer Buddhismus

Somit ist es in meinen Augen nicht richtig, die Wanderung der westlichen Christen zum Buddhismus nur an den Personen des Dalai Lamas und des Papstes festzumachen. Damit unterstellt man allen konvertierenden bzw. Konvertierten, dass sie sich nur und ausschließlich dem tibetanischen Buddhismus anschließen und nur aus der katholischen Kirche entspringen. Das halte ich aber für ausgemachten Unsinn. Viele buddhistische Schulen erleben einen Zuwachs und nicht nur der tibetanische. Die neuen Buddhisten kommen auch sicherlich nicht nur aus dem Katholizismus, sondern aus vielen (christlichen) Religionen.

Der Zuwachs der Buddhismus ist in meinen Augen durch ein offeneres, logischeres Weltbild zu erklären und nicht durch das Charisma einer Person. Obwohl es nicht von der Hand zu weisen ist, dass durch die starke Medienpräsenz des Dalai Lama das Interesse am Buddhismus erweckt wird und diese neue Anschauung der Welt natürlich eine Anziehung auf den westlich sozialisierten Menschen ausübt.

Weiterer Artikel auf ReadersEdition

Während ich diese Zeilen schrieb, wurde auf ReadersEdition ein weiterer Artikel zum Dalai Lama und seinem Charisma verfasst, zu dem unter Anderem auch ein PodCast-Interview mit Prof. Dr. Inken Prohl.3 zur Verfügung steht.

Leider wird hier auch nicht im nötigen Maß auf die Grundgedanken des Buddhismus eingegangen. Der Zulauf wird hier in erster Linie an den für den Westen neuen und exotischen Riten und der Körperbetonung des Buddhismus festgemacht. Auch dieses halte ich für einen, aber in keiner Weise für den Grund aus dem Menschen den Buddhismus als ihre Religion wählen. Um neue Körperfahrungen zu machen und neue Riten in seinem Leben zu etablieren, können auch noch ältere indische Weltanschauungen interessanter sein, wie zum Beispiel Yoga.

  1. Im direkten Vergleich könnte man hier eher das Lotus-Sutra nennen. []
  2. Siehe hier zu auch: Kann ein Atheist ein (guter) Christ sein? []
  3. Religionswissenschaftlerin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg []

Ist Linux schwieriger zu bedienen als Windows?

In vielerlei Hinsicht hat der Otto-Normal-Verbraucher immer noch „Angst“ davor, sich von Windows zu verabschieden und GNU/Linux zu nutzen. Auch wenn die „Fach„-Presse hier und da schon eine CD mit ins Heft legt, die Anreize gibt mal ein anderes OS zu versuchen, ist die Akzeptanz doch eher gering.

Der Auslöser

Gestern hatte ich im IRC eine sehr nette Unterhaltung mit einem Bekannten aus dem Netz darüber, ob Linux schwerer zu bedienen ist als Windows oder nicht. Während ich meine Argumentation in Hinblick auf den Otto-Normal-Verbraucher stütze, argumentierte mein Gegenüber mit den Nachteilen beim konvertieren von mp3s zu flv für eine selbst programmierte Webanwendung. Somit war eigentlich von Anfang an klar, dass man auf keinen gemeinsamen Nenner kommen kann. Aber wie verhält sich das Ganze nun für den privaten Anwender, der seine Mails lesen, im Netz surfen und hier und da mal einen Brief an seine Versicherung schreiben will?

Installieren wir doch mal

Die Installation eines Betriebssystems ist so oder so eine Sache die der Otto-Normal-Verbraucher nicht unbedingt alleine durchführen sollte. Wenn es aber dennoch so kommen sollte, liegen moderne Linux-Distributionen in der Bedienbarkeit sicherlich nicht hinter Windows. Da ich die Installationsroutine von Vista nicht kenne, kann ich mir kein Urteil erlauben und will hier auch nicht spekulieren. Was aber festgehalten werden kann ist, dass man nach der Installation eines GNU/Linux-System umgehend mit den wichtigsten Arbeiten beginnen kann, da (wenn alles glatt geht, aber dazu später mehr) alle Treiber konfiguriert und eine Menge Programme schon installiert sind. Bei Windows beginnt hier erst das CD-Wechseln und das wilde „OK„-Geklicke.

Vorteil für den Anwender

Ein Vorteil für den Anwender ist in jedem Fall, dass neue Hardware in den aller meisten Fällen Treiber mitliefert die unter den meisten Betriebssystemen von Microsoft funktionieren. Bei GNU/Linux kann es passieren, dass die neuste Hardware nicht immer richtig funktioniert, da es (noch) keine Treiber für die Geräte gibt. Leider wird dieser Vorteil immer wieder von Linux-Gegnern dazu genommen, um die Nachteile von Linux deutlich zu machen. Hier wird aber der Bock zum Gärtner gemacht. Denn das Problem liegt nicht bei Linux, sondern bei den Herstellern und deren Grals-Mentalität, die um keinen Preis Schnittstellen auflegen wollen und es somit nicht möglich ist in angemessener Zeit und mit angemessenem Aufwand Treiber für diese Hardware zu erstellen.

Ebenso verhält es sich natürlich auch mit den oben bereits erwähnten Codecs zur Audiobearbeitung. Da viele der verbreiteten Video- und Audioformate keiner freinen/offenen Lizenz unterliegen, ist es für die Distributoren von GNU/Linux immer schwierig, diese bei der Erstinstallation mitzuliefern. Bis heute bewegt sich der Anwender von GNU/Linux in einer sehr sehr grauen Zone, wenn er auf seinem Computer unter GNU/Linux DVDs gucken möchte.

Der schwarze Peter sollte in diesen Fällen also ganz klar nicht bei GNU/Linux gesucht werden, sondern bei den Herstellern und Programmierern. Dieser Fakt wir in meinen Augen viel zu wenig kommuniziert und selbst unter linuxaffinen Gesprächspartnern wird er immer als Manko von Linux bezeichnet. Mir ist natürlich klar, dass in der Praxis diese Thematik Linux komplizierter erscheinen lässt, aber dennoch muss darauf geachtet werden, dass hier die Tatsachen nicht verdreht werden.

Linux ist komlizierter

Selbst wenn sich ein langjähriger Windowsnutzer dann doch mal Linux anguckt, wird er sicherlich sagen, dass es alles irgendwie komplizierter ist. Und nun ist die Frage, ob das stimmt oder nicht. Da ich leider keine empirischen Studien nennen kann oder gemacht habe, bleibt mir nicht mehr als eine These aufzustellen. Ich glaube, dass eine modere GNU/Linux-Distribution nicht schwieriger zu nutzen ist, als ein Windows, aber der Benutzer ist die Logik Anwendung von Windows gewohnt. Auch wenn es sich nun für computeraffine Menschen komisch anhört, aber für viele Windowsnutzer ist ein Ordner gelb. Sollten nun die Ordner plötzlich blau sein, dann kann das für den einen oder die andere schon ein Problem darstellen. Auch wenn dieses Beispiel ein sehr extremes ist, macht es deutlich, dass die Benutzer so stark von Microsoft sozialisiert wurden, dass sie die Gegebenheiten die ihnen vorgegaukelt wurden so adaptiert haben, dass sie sie für die einzig wahre Realität halten und diese auch bei anderen Betriebssystemen vermuten.

Das Problem bei Umsteigern ist in vielen Fällen, dass sie eigentlich nicht umsteigen wollen. Sie erwarten, dass unter Linux alles genauso ist, wie unter Windows. Das wäre, als wenn man von einem alten 2CV (eine Ente) zu einem BMW M5 umsteigt und dort auch Klappfenster erwartet. Ich gebe zu, das Beispiel hinkt ein wenig, aber es macht deutlich, dass wenn man von dem einem Objekt zu einem anderen wechselt, dass man sich auf Neuerungen und andere Rahmenbedingungen einstellen muss. Aber genau hier ist das Problem, der Mensch ist ein Gewohnheitstier, welches seine alten Gewohnheiten ungern über Bord wirft. Daher auch so viele deutsche Speiselokale auf Mallorca. 😉

Wie auch immer, ich glaube nicht das Linux schwieriger zu bedienen ist als Windows. Ich behaupte sogar das Gegenteil. Softwareinstallation ist im Grunde sehr einfach, Sicherheitsupdates werden quasi automatisch eingespielt (aber hier ALLE installierten Programme betreffend und nicht nur den Betriebssystemkern), ein KLICK reicht um ein Programm zu starten und die Benutzer können direkt mit den Entwicklern in Kontakt treten und Änderungswünsche und Verbesserungen fordern.

Wer lesen kann ist klar im Vorteil

Doch eines sollte man lernen, wenn beginnt mit Linux zu arbeiten: Das kognitive Lesen von Fehlermeldungen. Die Unart bei aufpoppenden Fenstern einfach auf Okay zu klicken, gehört auch zum Windows-Soizialisierungs-Prozess, der bei einem ernstzunehmenden Betriebssystem zu fatalen Folgen führen kann.

In diesem Sinne, möchte ich jeden ermutigen, mal den Schritt zu wagen – aber ihn auch zu wollen, denn ohne Willen und ohne das Einlassen auf etwas neues, wird dieser Schritt nicht oder nur schwierig gelingen.

Technorati Tags: linux, gnu, windows

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Provider wurde Ziel einer DOS-Attacke

Der Blog (und auch die komplette Domain) war heute für längere Zeit nicht erreichbar. Auf Nachfragen erhielt ich von meinem Provider all-inkl.com eine sehr nette und kompetente E-Mail, in der man sich für die Umstände entschuldigte. Der Support von denen ist in meinen Augen sowieso Gold wert!

Wollen wir hoffen, dass das Problem nun aus der Welt ist und dieser Blog für immer und ewig erreichbar sein wird. 😉

Nichts geschieht ohne Grund… Warum ein Studium Geld kostet.

Was steckt wirklich hinter den Studiengebühren? Durch dieses Geld kann sich die Universität doch nicht gesund stoßen?! Steckt dahinter vielleicht ein größerer Plan, der vom Prekariat nicht entdeckt werden soll? Gibt es eine Trennung zwischen Politik und Wirtschaft? Wer ist Spielball von wem?!

Das ein Studium nun mittlerweile bezahlt werden muss, hat man ja so hingenommen (Auch wenn das nicht gut ist: Wehret den Anfängen: Studenten sind keine Kunden!) und damit auch die Elitenbildung. Aber bisher wurde die Frage nach dem Warum noch nicht geklärt, bzw. gestellt. Einen schönen Artikel habe ich dazu auf dem Politblog.net gelesen, mit dem Titel Private Bildung und andere Hirngespinste. Sehr schöne Denkanstöße zeigen hier, dass die Einführung der Studiengebühr nur die Spitze des Eisberges ist und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Kommerzialisierung der Bildung auch in unserem Lande weiter voranschreitet.

Logik vs. Geldgier

Als logisch denkender Mensch sehe ich in der Kommerzialisierung und letztendlich der Privatisierung der Hochschulen keinen Sinn, der an eine gemeinsame, sozial gerechte und schöne Zukunft erinnert. Durch die Kommerzialisierung und Privatisierung der Bildung, verliert der Staat immer mehr Einfluss auf das was gelehrt werden soll/kann oder muss. Im Grunde hört sich das nicht so schlecht an, aber das Problem ist, dass in diesem Moment nicht nur jemand Einfluss verliert, sondern jemand anderes gewinnt. Und in diesem Fall ist das die Wirtschaft. Hört sich im ersten Moment auch wieder nicht so schlecht an, denn die Wirtschaft hat, im Gegensatz zu Staat, Geld, welches sie in die Wissenschaft stecken kann. Das ganz große aber kommt nun: Sobald die ehemals freie Bildung kommerzialisiert ist, muss sie sich auch den Regeln der Wirtschaft anpassen. Das heißt im Klartext, dass nur noch Forschungen bezahlt werden mit deren Endprodukten man Gewinne machen kann. Unter den Tisch fallen in diesem Moment sämtliche Grundlagenforschungen, philosophische und pädagogische Themen, Literatur- und Kunstfächer und der Bereich Politikwissenschaft kann in diesem Zuge direkt mit dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaft zusammengelegt werden.

Wenn die Universitäten, letztendlich der Wirtschaft unterstellt sind, dann hat die Politik keinen Einfluss mehr auf sie. Genau so wie der Staat schon jetzt in vielen Bereichen kein -oder nur noch ein rudimentäres- Mitspracherecht mehr hat. Zum Beispiel auf die Krankenversorgung, auf die Rentenversorgung, auf die Energiepreise, Telekomunikationspreise etc. Aber wieso gibt der freiheitlich gewählte Volksvertreter denn so viel Macht ab?! Wieso handelt er nicht für das Volk, welches ihn wählte? Die Antwort ist ganz einfach: Weil alle fast alle viele vom Volk gewählte Vertreter gleichzeitig Funktionäre in der Wirtschaft sind. (Ein Paradebeispiel: Friedrich Merz // Wenn man sich anguckt, auf welchen Gehaltslisten der Mann steht, geht man davon aus der Tag habe 72 Stunden.)

Die Verschwörungtheorie 😉

Geht es also in Wirklichkeit darum, dass die Politik von der Wirtschaft abgelöst werden soll? Sind wir gerade in einer Phase des Übergangs? Soll Humanität nicht nur auf der Strecke bleiben, sondern auch konsequent unterdrückt und verhindert werden? Erhebt der Staat nur noch Steuern, damit er seine Existenz rechtfertigen kann? Ist der Staat vielleicht eine Geisel der Wirtschaft, die es zu befreien gilt? Wird die Zweiklassengesellschaft regelrecht gezüchtet? Oder bin ich einfach nur zu blöde, um den Sinn des Ganzen zu verstehen?