„Was genau ist ein Jedi?“

Citti-Park – Kiel. Ein Vater sitzt auf einer der Bänke in dem Einkaufszentrum der Landeshauptstadt Kiel. Er hat eine Darth Vader Maske auf seinem Schoß. Durch mehrmaliges Drücken eines Knopfes hörte man die Vader typischen Atemgeräusche. Die beiden Söhne hatten jeweils ein weiteres Spielzeug aus der „Star Wars„-Reihe in der Hand. Das Trio machte einen unheimlich aufgeregten und heiteren Eindruck. Aus dem Gewusel hörte man plötzlich einen der Kleinen fragen: „Papa, was genau ist eigentlich ein Jedi?

Oookay – wer hat denn da wen überredet, Spielzeug einzukaufen?!

Zum Teufel mit Multitasking

Dieser Artikel ist ein Beitrag der Serie: Selbstmanagement als Lehrer»

Nach dem der Korb leer ist, ist die Zu-Erledigen-Liste voll und die Arbeit beginnt. Eine wichtige Erkenntnis, wenn man sich am Selbstmanagement versucht, ist die, dass es kein System gibt, welches einem die Arbeit abnimmt – Schade eigentlich. Es kann sie nur erleichtern, strukturieren und unterstützen. Wenn man es sich genau überlegt, kommt zu der Arbeit, die man ja so oder so schon hat, noch ein Haufen Arbeit hinzu, um die einzelnen Aufgaben in das System aufzunehmen. Durch die Strukturen, die geschaffen werden, ist es aber einfacher und zeitsparender, die Gesamtheit der Aufgaben zu erledigen.

Als Lehrer hat man das Problem der zwei Arbeitsplätze. Die Schule kann ich nicht als Arbeitsplatz im eigentlichen Sinne nutzen. Der Unterricht findet dort zwar statt, aber ich habe keinen eigenen Arbeitsplatz. Man kann somit also keine Bücher oder Unterlagen lagern, die man für die Vorbereitung von Unterricht braucht.

Das Problem am Arbeitsplatz zu Hause ist, dass es rund um den Schreibtisch so viele Dinge gibt, die interessanter sind als das, was gerade erledigt werden muss. So kommt es dazu, dass man immer wieder abgelenkt wird oder, wie in den meisten Fällen, sich ablenken lässt. Strategien gegen diese Ablenkung sind ja bereits in dem Abschnitt „Der Computer als Prokrastinationshilfe“ besprochen worden.

Auch wenn sich das Gerücht hält, dass Frauen multitaskingfähig sind, ist es tatsächlich so, dass der Mensch als solches nicht in der Lage ist, zwei Dinge gleichzeitig zu tun.

Eins nach dem Anderen

Schon meine Großeltern sagten immer: „Eins nach dem Anderen!“ Und Recht hatten Sie damit, denn es ist nicht möglich, mehrere Sachen simultan zu erledigen. Dennoch passiert es immer wieder, dass man sich dabei erwischt, wenn man versucht mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Man schreibt an einem Text, erstellt eine Präsentation oder bereitet einen Unterricht vor und schon kommen einem Dinge in den Kopf, die man nun gar nicht gebrauchen kann. Wenn man diese nun sofort erledigt, ist man aus der angefangenen Arbeit raus und unterbricht unter Umständen den Flow. Viel sinniger ist es genau diesen Gedanken aufzuschreiben und in den Eingangskorb zu legen. Dort ist er sicher und geht nicht verloren. Um das aber zu können, ist es wichtig, immer etwas zu schreiben griffbereit zu haben. Wenn man (noch) kein Freund des Notizbuches ist, sollte man mindestens kleine Notizzettel und ein Schreibinstrument auf dem Schreibtisch griffbereit liegen haben.

Eine einfache Übung

Wer schnell und einfach am eigenen Leib erfahren möchte, dass Multitasking nicht funktioniert, dem ist folgendes Experiment zu empfehlen.

Nimm ein Blatt Papier und zeichne eine Tabelle mit drei Spalten. Nummeriere die Spalten von eins bis drei. Jede Spalte steht für ein Projekt. Projekt eins hat das Ziel, dass in der Spalte alle Buchstaben von A bis J stehen. Projekt zwei hat das Ziel, dass die Ziffern von 1 bis 10 untereinander stehen. Projekt drei hat das Ziel, dass die römischen Zahlen von I bis X untereinander stehen.

Fülle die Spalten nun zeilenweise, also nach dem „Multitaskingprinzip„, aus. Sprich: Du schreibst erst das A, dann die 1, dann I in die dritte Spalten. Dann B, 2 und II.

Erstelle dann die gleiche Tabelle wie oben, fülle die Tabelle aber nun projektweise aus. Also erst die Spalte von A bis J, dann die Spalte von 1 bis 10 und dann die Spalte von I bis X.

Stoppe die Zeit, wie lange Du für jede Aufgabe brauchst.

Mein Ergebnis war, dass ich für die Multitasking-Aufgabe 37 Sekunden und für die lineare Bearbeitung 21 Sekunden gebraucht habe.

Nachdem ich diese Übung gemacht habe, lautet meine Prämisse bei der Arbeit: „zum Teufel mit Multitasking“ – es funktioniert einfach nicht.

Gelesen: Den Weg der Meister gehen – Wolfgang Poeplau

Eine liebe Kollegin hat mir vor den Ferien einen Amazon Gutschein geschenkt und diesen habe ich bei der letzten Bestellung eingelöst. Zum einen habe ich mir das neuste Album von Too Strong (Rap Music Is Life Music) gegönnt und zum Auffüllen des Preises dann oben genanntes Buch.

Der Autor versucht zwischen den Religionsgründern Jesus und Buddha Parallelen zu ziehen. In den meisten Fällen gelingt ihm das auch ganz gut, obwohl dieses Unterfangen ja nicht so einfach ist. Die Christen haben als Glaubensbasis die Bibel zur Hand. Es ist das Buch der Bücher, das die einzige Wahrheit enthält. Der Autor unterscheidet mit spitzer Feder zwischen dem alten Testament, in dem Gott eher der rachsüchtige und eifersüchtige Allmächtige ist, und dem neuen Testament, in dem Gott durch seinen Sohn zu Worte kommt und die Nächstenliebe predigt.

Auf der buddhistischen Seite wählte Poeplau den Zen-Buddhismus und einige seiner Koans, um einen Vergleich der Lehren und Personen zu starten. Da es im Buddhismus keine „Bibel“ gibt, die von allen Schulen als das Basiswerk verstanden wird, ist ein Vergleich der Religionen ebenso schwierig wie einfach. Schwierig, weil man keine gemeinsame Basis findet, um mit den Argumenten aller Schulen zu diskutieren und einfach, weil man aus den unzähligen Massen von Sutren, Koans und anderen Überlieferungen sicherlich immer etwas findet, was zu einem Gleichnis Jesu passt.

Auch wenn diese Widrigkeiten das Buch in einem differenzierten Lichte erstrahlen lassen, ist es auf jeden Fall lesenswert. Durch die Lektüre habe ich den Jesus der Bibel mal wieder aus einem anderen Blickwinkel wahrnehmen können und ihn mehr als Denker und weisen Mann gesehen und weniger als Sohn Gottes, also einem metaphysischen Mischwesen. Ein Mensch, der sich gegen die damaligen Gepflogenheiten gestellt hat, wenn er es für richtig hielt und jemand der den pazifistischen Weg bis zur letzten Konsequenz gegangen ist. Mein Bild Siddarthas hat sich durch das Buch weniger verändert, sondern eher gefestigt.

Für nur 5,99 Euro sicherlich ein super Preisleitungsverhältnis, denn zum Nachdenken haben mich die Ausführungen Poeplaus auf jeden Fall angeregt.

Subjektive Note: 2

Wer braucht Vinyl, CDS oder MP3s, wenn man einen Bart hat?

Hier mal wieder ein Video von Beardyman, dieses mal in einer großartigen Kulisse und einer feierwütigen Crowd. Es macht echt Spaß ihm dabei zuzusehen (und zuzuhören), wie er quasi aus dem Nichts geile Tracks erzeugt! Anlage bis zum Anschlag aufdrehen, Video auf Vollbild und nur noch staunen und genießen

Rituale aufbauen

Dieser Artikel ist ein Beitrag der Serie: Selbstmanagement als Lehrer»

Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich einfach einen Schalter umgelegt und wäre mit einem Mal ein ordentlicher und strukturierter Mensch geworden. Aber das geht nicht so einfach, denn der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier. Es braucht viel Zeit, Geduld und Disziplin, aber die Früchte des Erfolges stellen sich recht schnell ein.

Wenn man sein Leben, seine Struktur des Seins, umstellen will, so muss man am Anfang kleine Brötchen backen. Ich habe mir erst vorgenommen alles in meinem Büchlein zu notieren und dieses zu Hause dann abzuarbeiten.

Als das funktionierte, habe ich die Eingangsbox ins Leben gerufen. Jedes Mal lagen – und liegen noch immer – zwischen dem Einführen einer neuen Gewohnheit zirka fünf bis sechs Wochen. Erst nach dieser Zeit kann sich eine solche Umstellung manifestieren, so dass eine Gewohnheit entstehen kann.

Das Ritual des Alles-in-den-Eingangskorb-Legens, was erledigt werden muss hat sich bei mir mittlerweile so sehr verinnerlicht, dass ich als erstes in meinem Eingangskorb suche, wenn ich etwas vermissen sollte. In den meisten Fällen befindet sich das Gesuchte auch schon im Korb, weil ich es da hinein gelegt habe, ohne darüber nachzudenken.

Auch das Arbeiten mit Zu-Erledigen-Listen ist nicht so einfach. Das Aufschreiben geht immer recht schnell. Das eigentliche Problem ist das Be- und Abarbeiten. Auch hier muss es zur Gewohnheit werden, diese Listen auch abzuarbeiten.

Gerade zu Beginn sollte man sich auch die Zeit nehmen wirklich nur eine Gewohnheit oder ein Ritual aufzubauen. Erst wenn dieses „sitzt“, kann man zum zweiten übergehen. Wer jetzt der Meinung sei, er sei ein ungeduldiger Mensch und alles müsse sofort gehen, der kann das Einrichten von einer Gewohnheit nutzen, sich in Geduld zu üben. Diese ist notwendig, wenn man wirklich Erfolge erzielen will und das Vorhaben nicht vorzeitig beenden möchte.