Gelesen: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten – Robert M. Pirsing

ZENMOTORRAD Das erste Mal habe ich von dem Buch gehört, als ich noch studierte. Eine Dozentin hatte mir das Buch in einem Nebensatz empfohlen. Aus mir nicht mehr bekannten Gründen, habe ich es aber dann nicht gelesen, sondern den Titel in einer Ecke meines Hirns vergraben. Bis es mir das Buch vor einigen Wochen zugefallen ist.

ZENMOTORRAD_klein.pngDas Buch handelt von einer Reise eines Vaters mit seinem Sohn durch die USA. Sie sind mit einem Motorrad unterwegs. Diese Reise wird von dem Vater erzählt. Immer wieder schweift er von den Erzählungen der Reise ab und nimmt den Leser in philosophische und spirituelle Gedankenwelten mit. Diese Gedankenwelten gehören einem Mann, der Phaidors genannt wird. Wer dieser Phaidros ist und wie er zu den Reisenden in Beziehung steht, wird während des Verlaufes geklärt.

Der Leser wird in die Weiten der USA entführt. Man kann an der einen oder anderen Stelle den Fahrtwind spüren und nachvollziehen, dass es den Sohn hin und wieder nervt, stundenlang auf dem Bock zu hocken. Die Ausflüge in die Philosophie – in das Sein der Welt aus Phaidros‘ Sicht– sind großartig. Fokus liegt auf der Definition von Qualität, denn diese sei immer erkennbar, aber nur sehr schlecht, bis gar nicht fassbar.

Als Bettlektüre ist das Buch nicht immer geeignet, da man – will man den philosophischen Ansätzen folgen – doch sehr aufmerksam lesen muss, um den Faden und die Logik des Ganzen nicht zu verlieren. Dennoch ist das Leseerlebnis kurzweilig und hoch spannend.

Subjektive Note: 1-

 

▶ KUNG FURY – gefangen in den 80er

KungFuryWenn ein Cop mit einer unheimlich tiefen Stimme in den 80ern von einem Blitz getroffen wurde, ist ja klar, dass er irgendeine Art von Superkräften bekommt.

So auch in dem Kurzfilm „Kung Fury“. Ein Projekt, das aus Spendengeldern finanziert wurde und den Geist der 80er in jeder Szene und jedem Dialog widerspiegelt. Postmoderne trifft Trash.

Nicht nur ein Hingucker für Kung-Fu-Film-Fans und Jungebliebene, auch für die Jüngeren, die wissen wollen, warum wir so sind, wie wir sind. Mit sowas sind wir aufgewachsen – okay, ohne Adolf!

Das war damals in der Form nicht möglich. Leben ist ja bekanntlich Wandel und somit besucht uns in „Kung Fury“ auch der Führer.

 

Verrückt in der Birne

EntfremdazDer Übersetzer von Google ist großartig. Wenn man mal einen Begriff nicht weiß oder selbst ganze Phrasen nicht versteht, übersetzt dieser Aussagen sinngemäß. Das Ganze ist nicht immer eindeutig zu verstehen, aber mit ein bisschen Geschick und Fantasie ist der Sinn doch irgendwie zu entnehmen.

Die Jungs von Entfremdaz nehmen Hip-Hop-Scheiben der alten Schule, lassen den Text von google übersetzen und rappen den deutschen Text auf. Amüsant und kurzweilig.

Viel Spaß beim Lauschen, Locooooo… 😉

Kann man mit dieser Idee nicht Deutsch- und Englisch-Unterricht verknüpfen, in dem man

  1. englische Titel zunächst übersetzt,
  2. dann in eine lyrische, sich unter Umständen reimende, Variante in Deutsch verfasst, die den Sinn nicht verfälscht, aber dennoch Flow hat
  3. und dann sogar einsingt

Nur eine spontane Idee – Stichwort: Bildungsneuron 😉

Wikipedia anhören…

hatnoteHeute mal wieder etwas aus der Rubrik Menschen mit zu viel Zeit

Auf der Seite listen.hatnote.com kann man sich die Veränderungen auf der wikipedia in Echtzeit anhören. Das gibt eine recht nette Hintergrundbeschallung, die keinem Muster folgt, sondern rein zufällig stattfindet. Nach bestimmten Regeln werden unterschiedliche Töne erzeugt:

  • Eine Glocke läutet, wenn einer Seite etwas hinzugefügt wird und eine Saite erklingt, wenn etwas gelöscht wird.
  • Die Tonhöhe hängt mit der Größe der Veränderung zusammen. (Kleine Veränderungen – hoher Ton, große Veränderungen – tiefer Ton)

Außerdem folgt die  Visualisierung auch bestimmten Regeln.

Für den einen oder die andere sicherlich als Hintergrundbschallung geeignet. Obwohl ich dafür eine andere Seite präferiere – dazu aber mal später mehr.

Quelle: Hatnote Listen to Wikipedia

Besser als rumsitzen…

Keine Angst, ich bin kein Buddhist im heiligen Krieg, der die Menschheit zum Meditieren zwingen will. Es geht viel mehr um ein Bewusstsein für das Nutzen von Zeit.

Sicherlich kennt der eine oder die Andere das Phänomen, dass man sich einfach mal auf die Couch legt und nichts tut – auch wenn der Schreibtisch voll ist, die Küche aussieht wie nach einem Kochduell, das Bad mal wieder einen Wischmopp sehen könnte oder andere Arbeit auf einen wartet. Spontan zieht man sich nur eine Folge der Lieblingsserie rein, aus der dann aber doch eine Ganze Staffel auf DVD oder Netflix wird, das eine Kapitel im Buch endet plötzlich mit den ersten Seiten des zweiten Teils der Romanreihe und aus dem 15-minütigen Powernap werden 2 Stunden Mittagsschlaf. Die Zeit wurde „mal für sich“ genutzt und man kann während des Daseins als Tagedieb die harte Realität verdrängen.

Aber sobald sich der Fokus wieder auf diese Realität richtet, kommt es: Das schlechte Gewissen. Die ganze Erholung, das Für-sich-sein, das Gönnen ist plötzlich hinweg. Null und nichtig. Sogar noch mehr: es hat sich durch diese Aktion ein viel schlechteres Gefühl in einem aufgebaut, als es vor der Entspannung gewesen war.

Der Unterschied zwischen der im obigen Sprichwort genannten „Meditation“ und dem „Rumsitzen“ ist der, dass man die Meditation bewusst erlebt. Sich bewusst dafür entscheidet. Bewusst nichts machen (will (oder eben nicht will)).

Ein weiterer Punkt, der das Meditieren vom Rumsitzen unterscheidet, ist die Planung. In der Regel plant man die Meditation in seinen Alltag ein und hat somit einen anderen (höheren?) Stellenwert, als das auf der Couch lungern. Wenn ich nun aber nicht meditieren kann oder möchte, dann kann ich mir diese Ruhe auch anderweitig holen.

Es gibt Menschen, die Trinken die erste Tasse Kaffee am Tag immer stehend am Fenster. Oder Menschen, die genau eine Sendung am Abend gucken, bevor die Arbeit zu Hause losgeht. Wieder andere gehen morgens eine große Runde mit dem Hund oder treiben schon Sport oder Ähnliches. Im Grunde ist alles möglich, wichtig ist aus meiner Sicht nur die echte Planung des Ganzen und das Begehen des Aktes mit Bewusstsein: Also ganz im Hier und Jetzt sein.

Auf die Effekte des Meditierens kann und will ich hier gar nicht eingehen. Es geht mir hier in diesem Artikel nur darum, Ruhe und Entspannung im Alltag als Ritual zu etablieren, damit sie genossen werden kann. Wenn ich mir diese Pausen nur dann nehme, wenn ich schon gar nicht mehr anders kann und mein Körper sich schon mannigfaltig zur Wehr setzt, ist es a) zu spät und b) hält die Erholung nach der Erholung bleibt nur  kurze Zeit.

Gerade in einem Beruf in denen viele Sozialkontakte zum Alltag gehören, in denen eine Pause in der Regel mit Fachgesprächen und dem Hetzen von einem Raum in den anderen verbunden ist und Stille häufig nicht anzutreffen ist, ist das bewusste Aushalten von Stille von hoher Wichtigkeit, um sich in einen Ruhepol zu begeben, aus dem Energie geschöpft werden kann.

  • Wie schafft Ihr Euch Ruhe in Eurem Alltag?
  • Habt Ihr Rituale zur Ruhe?