Neue Klassen – Neues Glück

Vielleicht ist es bei Dir schon wieder so weit – bei mir ging es in dieser Woche wieder los. Ich darf wieder vor den Schülerinnen und Schülern stehen und Unterricht mit denen machen. Als professionelle Lehrkraft, hast Du nun wieder die Chance, etwas zu verändern und Deinen Unterricht von Beginn an zu verbessern.

Verbesserungsprozess

  1. Setze Dich mal einige Minuten hin und lasse das letze Schuljahr Revue passieren. Stelle Dir die Kernfrage: Worüber habe ich mich in dem letzten Schuljahr geärgert? Notiere alles was Dir einfällt. Gerne als MindMap, als Liste, Sketchnotes oder was auch immer. Hauptsache, Du verstehst, was Du notiert hast.
  2. Wenn Du das gemacht hast, versuche zu überlegen, was der eigentliche Auslöser für diesen Ärger war. Versuche hier auch Hypothesen zu bilden, die entgegen Deines ersten Impulses ist.
    Als Beispiel: Stell Dir vor, Du hast Dich geärgert, dass die Schülerinnen und Schüler während den von Dir geführten Lehrvorträgen immer anfingen zu quatschen. Als Auslöser siehst Du als ersten Impuls nur die frechen Schülerinnen und Schüler, die so respektlos sind und Deinen Ausführungen nicht folgen wollen. Der Ärger ist aber ja in Dir. Also was ist es, was Dich ärgerlich machte? Es ist also vielleicht Deine Erwartungshaltung, den Schülerinnen und Schülern gegenüber, die nicht erfüllt wurde?
  3. Wenn Du verschiedene potentielle Auslöser definiert hast, überlege, wie diese Auslöser umgangen werden können. Was kannst Du an Deinem Unterricht ändern, dass diese Probleme nicht mehr oder seltener vorkommen?
    In dem obigen Beispiel kannst Du Dir vornehmen, dass die Schülerinnen und Schüler, die dem kommenden Vortrag nicht folgen möchten, gerne den Klassenraum für 10 Minuten verlassen dürfen.1 Du kannst auch dafür sorgen, dass Deine Lehrvorträge nicht länger als 10 – 12 Minuten sind. Wenn die Vorträge doch länger sind, kannst Du den Schülerinnen und Schülern konkrete kleine Arbeitsaufträge geben, die Sie in Pausen innerhalb Deines Vortrages bearbeiten können. 

Meine Herausforderung

Ich habe letztes Jahr eine Unterstufe der Friseure unterrichtet. Zum zweiten Halbjahr sind neue Schülerinnen in die Klasse gekommen. Diese kamen aus einer Parallelklasse und haben sich natürlich auch zusammengesetzt. Leider waren diesen Schülerinnen meine Regeln und Rituale nicht so bekannt, wie den anderen Schülerinnen und Schülern. So kam es immer wieder vor, dass die Neuen nicht in der Lage waren, die Aufträge in der angesagten Zeit zu erledigen, befassten sich mit etwas anderem, füllten Arbeitsbögen nicht aus, weil sie daraufwarteten, diese im Plenum besprochen würden und so weiter. Ich bemerkte diese Problematik zwar, aber leider recht spät. Somit gelang es mir nicht, diese Schülerinnen richtig ins Boot zu holen. Um dieses Problematik nicht ein weiteres Mal auftauchen zu lassen, werde ich bei einer ähnlichen Situation wie folgt reagieren:

  • Mit den neuen Schülerinnen und Schülern werde ich ein intensives Gespräch führen, welche Regeln, Rituale und Ansprüche ich in meinem Unterricht habe.2
  • Die neuen Schülerinnen und Schüler lasse ich nicht auf einem Haufen sitzen. Sie werden locker-flockig im Klassenraum verteilt, um dort direkt von den anderen Schülerinnen und Schülern mitgezogen und haben so keine Chance in einer kleinen Enklave ihr Dasein zu fristen. 🙂
Und wie ist es bei Dir?

Welche (neuen) Regeln und Rituale willst Du in dem nächsten Schuljahr einführen und besser einhalten? Schreibe es mir in die Kommentare.

 

  1. Natürlich bekommen diese dann einen Arbeitsauftrag, den Sie zu erfüllen haben. Nicht, dass wir Probleme mit der Aufsichtspflicht bekommen… []
  2. Memo an selbst: Notieren, welche Regeln und Rituale in meinem Unterricht gelten und welche Ansprüche ich habe. []

Autor: MAWSpitau

Das wichtigste im Leben ist die Zeit. Leben heißt, mit der Zeit richtig umgehen.

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