Methoden und Modelle sind wichtiger, als die Methodenvielfalt

Manchmal läuft es im Unterricht nicht rund. Vielleicht nur in DER einen Klasse, vielleicht in DEM Bildungsgang oder vielleicht auch generell. Vielleicht solltest Du Deine Taktik ändern – oder doch Deine Strategie?

Ich weiß gar nicht, seit wann ich Ivan Blatters Podcast höre, aber es kommt mir ewig vor. Ich kann mir meine Autofahrten in Schleswig-Holstein schon gar nicht mehr ohne seine Stimme vorstellen.

Nun habe ich ein Video von ihm entdeckt, in dem er Bezug auf ein anderes Video nimmt und dieses auf sein Hauptthema „Zeitmanagement“ überträgt, welches ich nun wieder auf den Unterricht übertragen werde…1 Beide Videos werde ich hier im Beitrag einbinden, so dass Du Dir die Quellen selbst anhören kannst.2

Strategie vs. Taktik

Das strategische Denken verändert die Struktur einer Organisation, das taktischen Denken verändert, wie wir die Dinge tun.

Diese Aussage lässt sich auch auf den Unterricht übertragen. Ich tausche nur den Begriff Strategie gegen Konzept und Taktik gegen Methode.

Das konzeptuelle Denken verändert die Struktur des Unterrichts, das methodische Denken verändert, wie wir den Unterricht gestalten.

Methodenvielfalt ist nicht alles

Wenn es im Unterricht nicht ganz glatt läuft, dann wird man häufig neue Methoden ausprobieren oder neue Medien in den Unterricht bringen. Man reibt sich auf, organisiert, schnippelt, klebt und bereitet alles akkurat vor und im Grunde verläuft der Unterricht so oder ähnlich wie vorher – vielleicht nur bunter und L A U T E R. Man kommt dann schnell zu der Erkenntnis: Dieser neumodische Quark bringt doch eh nichts und die Schülerinnen und Schüler sind halt alle nicht mehr so plietsch wie früher…

Na Logisch hat das nicht funktioniert…

  • Das Rückgrat des Unterrichts ist das Gleiche geblieben.
  • Du hast Deine Strategie nicht geändert.
  • Du hast kein anderes Konzept gewählt, welches besser zu der Lerngruppe passen würde.

„Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie.“ – Kurt Lewin3

Theorien, Konzepte und Modelle an erster Stelle

Im Unterricht kommt es darauf an, dass dem Weg des Lernens eine Theorie zu Grunde liegt. Wenn diese nicht vorliegt, kann nicht festgestellt werden, warum etwas sehr gut oder eventuell gar nicht funktioniert hat. Nun muss es nicht unbedingt sein, dass jede Lehrperson alle möglichen Theorien kennt, die mit dem Lernen zu tun haben und diese sogar umsetzen kann. Es reicht, wenn Lehrpersonen sich mit Konzepten auseinandersetzen, die auf genau diesen Theorien aufbauen. Im Moment ist die am verbreitetste Theorie, die Basis für den Unterricht bildet, der Konstruktivismus.

Ausgehend davon, dass jedes Individuum sich seine eigene Welt konstruiert und es eine objektiv wahrnehmbare Realität nicht gibt, finden Lernprozesse rein individuell bei jedem einzelnen Schüler und jeder einzelnen Schülerin statt. Viele Modelle und Konzepte haben diese Theorie als Basis, auf die wir als Unterrichtende zurückgreifen können.

Als da wären: das Kooperative Lernen4) , das Selbstorganisierte Lernen, das Lernen durch Lehren, die didaktische Route 5) , die Drei Denkebenen 5) etc.

Habe ich das Konzept, wähle ich die Methode(n)

Wenn Du Dir bewusst darüber bist, welches Konzept – also welche Strategie – Du für das Lernen Deiner Schülerinnen und Schüler nutzen möchtest, dann ist es Zeit die Methoden – also Taktiken – zu wählen. Wenn dann eine Taktik nicht aufgeht, kannst Du innerhalb des Konzeptes hinterfragen, was da los war. Durch diesen kleinen Schritt, nicht mehr nur Methoden im Unterricht aneianderzuhängen, sondern in einem konzeptuellen Rahmen zu nutzen, folgst Du dem alten Bauhaus-Motto:

Die Form folgt der Funktion.6

Die Frage ist also weniger, wie methodisch aufwendig oder gut inszeniert ein Unterricht ist, sondern welcher Theorie folgt dieser, um den Schülerinnen und Schüler das Lernen in bestmöglicher Weise zu ermöglichen!

Und? Was ist mit Dir?

  • Nach welchem Konzept arbeitet Deine Schule?
  • Hast Du eine Strategie für Deinen Unterricht?

Schreibe es mit in die Kommentare!

  1. Klingt ein bisschen wie Iception. 😉 (AmazonLink) []
  2. Das Video, auf das sich Ivan bezieht, ist auf Englisch. []
  3. Theorie. (3. Dezember 2013). Wikiquote, Die freie Zitatsammlung. Abgerufen am 19. April 2016, 14:57 von https://de.wikiquote.org/w/index.php?title=Theorie&oldid=473821. []
  4. Brüning, Ludger ; Saum, Tobias: Erfolgreich unterrichten durch kooperatives Lernen. 1. Aufl.. : NDS, Neue-Dt.-Schule-Verlag-Ges., 2009.(AmazonLink []
  5. Brasch, Claus H. ; Propf, Martina: Damit das Lernen gelingt: Fachübergreifend. Braunschweig: Westermann Schulbuch, 2016. (AmazonLink [] []
  6. Seite „Form follows function“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. Januar 2016, 10:25 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Form_follows_function&oldid=150496003 (Abgerufen: 19. April 2016, 14:57 UTC) []

Autor: MAWSpitau

Das wichtigste im Leben ist die Zeit. Leben heißt, mit der Zeit richtig umgehen.

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