Gesehen: The Karate Kid

Muss man von einem Epos eine Neuverfilmung machen?  Muss man einen Film mit einer japanischen Kampfkunst bezeichnen und dann während des Films zu 98 % nur chinesische Kampfkünste präsentieren? Man muss nicht… aber man kann.

Ein DVD-Abend nach langer Zeit ließ mich die Neuverfilmung von Karate Kid gucken. Als Fan der ersten Verfilmungen mit Ralph Macchio und Pat Morita fand ich die Idee der Neuauflage nicht so prickelnd. Als ich dann die Trailer im Netz gesehen habe und feststellen musste, dass Karate-Kid eigentlich Kung-Fu-Kid heißen müsste, war ich erst recht nicht mehr begeistert – mit den Langnasen kann man es ja machen.

Die Geschichte

Die Geschichte ist schnell erzählt: Ein 12 Jahre alter Junge muss mit seiner Mutter nach China ziehen. Dort bekommt er schnell Probleme mit den örtlichen Halbstarken, die alle Kung-Fu trainieren. Nachdem er aus einer Schlägerei von einem Hausmeister gerettet wird, wird er von diesem in Kung-Fu unterrichtet, um an einem Wettkampf teilzunehmen. Bis zu dem Wettkampf dürfen die Halbstarken den Jungen nicht mehr belästigen. Der Wettkampf läuft natürlich überraschend gut für den Jungen und er wird Sieger des Wettkampfes.

Alter Wein in neuen Schläuchen

In dem Film gibt es viele Zitate1 aus den ersten Filmen. Manche Szenen sind gar fast Wort für Wort übernommen worden. Auch die Geschichte ist auch fast 1:1 übernommen. Hätte ich diesen Film als erstes gesehen, hätte ich ihn sicherlich richtig gut gefunden. So bleibt mir nichts mehr als ein fader Nachgeschmack. Denn wenn man die Idee eines guten Films aufgreift und im Prinzip nur neu besetzt, dann sollte schon etwas dabei rauskommen, dass man sich angucken kann. So war es dann auch hier.

Jackie Chan als neuer Meister, der den armen, benachteiligten Jungen eine Kampfkunst beibringt zeigt, dass auch Herr Chan in die Jahre gekommen ist und mittlerweile auch die Rollen der alten und weisen spielen kann. Sicherlich nicht einer der schlechtesten Filme, aber auch nicht einer der besten.

Für das Jungvolk unter Euch: Der Film ist sicherlich sehenswert, wenn man auf Kampfkunstfilme gepaart mit dem Teeniegenre steht, aber eben nur ein Abklatsch, den es in den 80ern schon einmal gab. Die Filme von damals haben einfach mehr Stil, Ehrlichkeit  und einen gewissen Kultcharakter.

Subjektive Note: 3+

  1. Nicht nur auf der sprachlichen Ebene, sonder auch von den bildlichen Kompositionen. []

Autor: MAWSpitau

Das wichtigste im Leben ist die Zeit. Leben heißt, mit der Zeit richtig umgehen.

2 Gedanken zu „Gesehen: The Karate Kid“

  1. Bin durch Zufall auf diesen Artikel gestossen und finde ihn wirklich sehr gut zu lesen.
    Habe den Film – also die Neuauflage von Karate Kid nicht gesehen, kanne aber die alte bzw vor allem den ersten ganz gut und habe jetzt schon irgendwie Lust bekommen die Neuauflage anzusehen.

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