Videobearbeitung unter GNU/Linux

Videoschnitt ist immer noch einer der Stiefkinder von GNU/Linux. Auch wenn der Platzhirsch kino ein wirklich gutes Programm ist, welches selbst in einer professionellen Umgebung eingesetzt wird, ist es doch für den „Otto-Normal-Verbraucher“ nicht immer logisch strukturiert und verfolgt leider auch eine lineare Editierform, die es wenig intuitiv macht.

Abenteuer

Wenn man aber auch andere Video-Daten außer DV schneiden und verarbeiten wollte, dann musst man teils abenteuerliche Installationen vornehmen (Cinelerra) oder sich in die Thematik des Video de- und encoding tiefer gehend beschäftigen (avidemux). Wer sich als Videokünstler sieht, der hat vielleicht mit VeeJay sein Werkzeug gefunden, um sein Lebenswerk zu vollenden. Für den alltäglichen Gebrauch hat sich aber noch kein Werkzeug auf dem „Markt“ etabliert.

Ein Licht am Ende des Horizonts

kdenlive 0.6 ScreenshotAber endlich scheinen die Gebete derer erhört, die für ein nicht-lineares, bedienbares Videobearbeitungswerkzeug gebetet haben. Die aktuelle Version (0.5) von kdenlive lässt auf ein vielversprechendes Programm hoffen. Es macht einen bedienbaren Eindruck und gliedert dich in den KDE Desktop ein. Einfaches drag and drop ermöglicht die Videos zu positionieren und per Kontextmenü fügt man Übergänge und Effekte ein. Egal ob man Video-Anfänger ist oder sich schon zu den Profis zählt, der Exportdialog lässt keine Wünsche offen. Ich habe hier die 0.6er Version installiert und muss gestehen, dass Sie noch nicht stabil läuft, aber dass muss eine Beta auch noch nicht. Leider habe ich gerade kein Projekt, mit dem ich das Programm testen könnte, somit kann ich auch noch nichts über die wirkliche Benutzerfreundlichkeit sagen, aber der Eindruck während des herumspielens ist toll. Ein Vorteil der für das Einarbeiten in kdenlive noch genannt werden muss, ist das schon sehr ausgereifte Handbuch auf Deutsch für das Programm.

Weitere Projekte

Natürlich gibt es noch weitere Projekte, die versuchen das Videoeditieren auf den GNU/Linux-Desktop zu bringen. Hier eine Auswahl:

Medienecho zum zehnten Todestag

Nun geschah es so, wie ich es erwartet habe… Zum zehnten (31. August) Todestag von Lady Di ging mal wieder ein Raunen durch die Medienlandschaft. Überall gab es Nachrufe und Erinnerungssendungen für die verstorbene Prinzessin. Der Springer Verlag druckte in seiner allseits bekannten Tageszeitung sogar einen Diana Comic, der die letzten Stunden ihres Leben veranschaulichte. In meinen Augen eine zwar absonderliche Art seine Trauer oder sein Mitgefühl zu zeigen, aber dennoch ein Medienecho.

Vorgestern (5. September) war ebenso der zehnte Todestag von Mutter Teresa. In den Massenmedien habe ich nicht einen Bericht, einen Kommentar, geschweige denn einen Nachruf gesehen oder gehört. Schade eigentlich… immerhin ist Mutter Teresa bereits sechs Jahre nach ihrem Tod selig gesprochen worden.

Podsbach die Zweite

Der zweite der Teil des Podcasts von Patrick Bach ist ja nun schon seit längerer Zeit online. Da ich den ersten Teil ja hochgelobt habe, sehe ich mich irgendwie dazu gezwungen auch einen Kommentar zum zweiten Teil zu verfassen und werde das nun auch gerne machen.

Konzeptlosigkeit ade!

Die erste Folge erinnerte an eine Stammtischunterhaltung der man als vierter im Bunde einfach nur lauschte. Dieses Gefühl ging bei der zweiten und kürzeren Folge verloren und wich einem Konzept und einer strikten Einteilung der Themen. Das Projekt machte einen professionelleren Eindruck wodurch der Charm ein bisschen verloren ging, nicht aber das Hörvergnügen als solches.

Der neue Newsblock

Diese Idee finde ich persönlich hervorragend. Durch den Newsblock kann sich der Hörer die 30 – 40 Minuten Podcast einstimmen und erhält so weiterführendende Informationen zu Themen, die schon in den vorangegangenen Sendungen besprochen wurden. Man kann wieder als Hörer in die Gruppe einsteigen und gewinnt durch einen „Achja,-da-war-ja-was“-Effekt sofort wieder eine Beziehung zu den Sprechern.

Sport ist Mord

Natürlich nur im übertragenen Sinne gemeint, denn mit Sport im Sinne von Fußball kann ich persönlich nichts anfangen. Dennoch glaube ich, dass man sich in einem Podcast der sich um eine Männergruppe formiert, unbedingt auch Fußball ansprechen muss, gerade wenn die Protagonisten selbst Freunde des Sports sind.  Nur weil mir „Fussi“ am Allerwertesten vorbei geht, kann das kein Kritikpunkt im eigentlichen Sinne sein. Die weniger gut gelungene Imitation von Kalli, hätte nicht unbedingt hätte sein müssen… Aber was macht man nicht alles, wenn das Becks dann schon zu Koppe steigt 😉

Ungezwungenheit und Interessantes

Sehr interessant und hörenswert war für mich der Teil in dem Patrick von den unterschiedlichen Aufnahmemöglichkeiten und Techniken erzählte. Ich glaube, dass diese Art der Hintergrundinformationen1 sicherlich für den Otto-Normal-Verbraucher sehr interessant sind und kurzweilig erscheinen. Die Ungezwungenheit der Sprecher in Bezug auf kritische Themen muss ich hoch anrechnen, denn es ist nicht selbstverständlich, dass man sich heute über den Islam, bzw. der Phonetik des Wortes lustig macht.

Die Blogger unter den Hörern erfahren, dass man mit wenigen unbedarften niedergeschriebenen Worten, Eigen- oder Spitznamen schnell mal ein kleines Vermögen verlieren kann. Ich für meinen Teil hätte eigentlich gedacht, dass Personen wie Ellak Regen doch irgendwie cooler sind… Aber wie sagte meine Oma schon: „Man guckt den Menschen nur vor den Kopp, nicht innen Kopp!

*Pling*

Da ich diese Sendung im Auto von OWL nach Hamburg gehört habe muss ich doch eines noch loswerden…2 Bitte, bitte plingt Eure Flaschen nicht direkt vor den Mikrophonen, bei 200 km/h auf der Bahn plötzlich einen Hörsturz zu erleben ist nicht lustig 😉

Fazit

Im Ganzen eine sehr gelungene Sendung, die Lust auf mehr macht und hoffnungsvoll auf den 13.9. schauen lässt, denn dann soll die nächste Sendung produziert werden.

  1. Hier sind auch die Definitionen von Soap und TeleNovella zu nennen. []
  2. MP3-fähiges Autoradio von Medion mit integriertem USB-Port und SD-Kartenleser … []